Bodensee-Rundwanderweg – Von Bregenz nach Friedrichshafen

Mein erstes Mal in meinem Blogger-Dasein besuchte ich als ebendieser die OutDoor-Messe in Friedrichshafen am Bodensee. Und was am Bodensee liegt, da kann der Bodensee-Rundwanderweg nicht weit sein. Wie passend, dass die Strecke von Bregenz nach Friedrichshafen zu Fuß an einem langen Tag machbar ist.
So packe ich Donnerstag Abend meine sieben Zwetschken sowie das gerade erst neu erworbene Zelt von Vaude, welches ich zum Härtetest ausführe. Denn selbst werde ich einige Nächte direkt beim Messegelände am Campingplatz nächtigen. Aber vorerst: Wandern am Bodenseerundwanderweg.

Infos zu Anreise, Länge der Tour etc. findest du am Ende des Berichtes.

Das Video zur Wandertour

Am Bodensee-Rundwanderweg von Bregenz nach Friedrichshafen

Hoffentlich behalte ich mir den Rundwanderweg in Erinnerung und sterbe nicht gleich danach.

Nach einer angenehmen Nacht im ÖBB-Nightjet mit Frühstück lande ich am Bahnhof Bregenz und begebe mich ohne Umwege direkt zur Promenade am Bodensee. Meinen Abteilfreunden im Zug zufolge, wird mich heut kein Tropfen Regen erwischen. Die Stimmung am Bodensee lässt mich das noch nicht ganz glauben. Aber blicken wir sonnig in die Zukunft.

Dank Liegewagen relativ ausgeschlafen in Bregenz angekommen. Passiert auch nicht alle Tage.

Entgegen dem Uhrzeigersinn starte ich in Bregenz mit dem Bodenseerundwanderweg, welcher mich am Nordufer nach Friedrichshafen leiten wird. Gespannt bin ich auf die Markierungen, ob und wie oft welche zu dem Wanderweg zu finden sind. Jedenfalls mal aus Bregenz raus erblicke ich keine der blauen Punkte, einzig auf Wegweisern ist vom „Bodenseeweg“ zu lesen. Nicht zu verwechseln mit dem Bodenseeradweg. Wobei sich im Laufe des Tages herausstellt, dass die beiden oft auf gleichen Routen verlaufen. Auch begrüße ich nach Lindau den Maximiliansweg.

Gleich am Beginn der Tour beobachte ich das berüchtigte Bodensee-Krokodil am Ufer.

Neben dem Radweg und neben der Bundesstraße spaziere ich stets nahe am Ufer entlang. Auf der Höhe von Lochau wird die Umgebung etwas grüner, auch lässt es sich hier gut auf einem Bein stehen.

Lässt sich auf seinem einen Bein nicht wirklich stören.

Pompös gestaltet sich der Empfang auf der deutschen Seite des Bodensees. Ein Mann hat sich hier mit seinem Hab und Gut niedergelassen und wünscht einen Guten Morgen gegen ein paar Münzen. Einige Münzen von mir wechseln den Besitzer. Er wünscht mir dass mein Rucksack nicht so schwer sei wie seine Habseligkeiten. An Fröhlichkeit hat der lustige Kerl nichts verloren.
Wie auf Bestellung zeigt sich auf der deutschen Seite erstmals die Markierung des Bodenseerundwanderweges.

Bei einer Wegkreuzung versuche ich mich zu orientieren, ob ich weiter am Radweg Richtung Lindau spazieren muss oder ob ich auch links gehend auf den Trampelpfaden weiter komme. So richtig zum Orientieren komme ich gar nicht, da mir ein Einheimischer schon den Tipp gibt links entlang zu gehen und einen Abstecher zum Teich zu machen. Mir werden dort nämlich hunderte Seerosen entgegenspringen.

Bekam den Tipp von einem Einheimischen. Danke für die Rosen.

Aber nicht nur das. Immer wieder wandere ich zu meiner Linken zum Ufer des Bodensees und blicke auf das weite Meer, während sich langsam die Sonne gegen die Wolken durchsetzt. Zeit, sich vor der Sonne zu schützen. Ich verteile das Sonnenschutzmittel auf den Armen, als leichter Regen einsetzt.

Echt jetzt?

Aber der Regen ist nur von kurzer Dauer. Ab jetzt spielt’s Sonne!

Wassermelonen fühlen sich am Wasser wohl.
Als ob da wer rein wollen würde. Kein Eingang – no Exit – klar!

Und er hat ihn!

In Lindau steppt heute der Bär. Ein Segelfest hält Einzug auf der Inselstadt und lässt sämtliche Haxen Frischluft schnuppern. Für die Küchenmannschaft bin ich jedoch noch etwas zu früh hier. Denn mein Wunsch nach Süßkartoffelpommes lässt den Chefkoch erst seine Haube aufsetzen.

Ein anderer Wunsch nach einem Radler-Getränk wird ob des noch nicht angeschlossenen Bierfasses leider nicht erfüllt.

Als einer der ersten Gäste lasse ich mich am Hafen von Lindau nieder und warte auf die sowas von frisch frittierten Süßkartoffel.
Lange halte ich mich hier aber nicht auf. Ich verlasse die Insel an der Promenade entlang gehend bevor es wegen der abgesagten Märchenstunde zum Aufstand kommt.

Die Markierung und Beschilderung des Bodenseerundweges sind für meine Begriffe völlig ausreichend. An Kreuzungspunkten sind die weiterführenden Wege stets gut erkennbar und verliert sich einmal die Markierung, meist in Parks mit Liegeflächen am Bodensee, wandert man einfach zum Ufer und an diesem entlang. Zwischen Lindau und Kressbronn wandert man auch ein kleines Wegstück am Münchner Jakobsweg entlang. Für all jene, die noch ein wenig weiter gehen wollen.

Zwischen Lindau und Wasserburg wende ich mich immer wieder mal vom Bodensee ab. Nicht weil er mir nicht gesonnen wäre, sondern weil doch auch mal Privatgrundstücke direkt am See anliegen. Macht aber nix. Denn das nahe Umland des Bodensees präsentiert sich mit allerlei Wein- und Obstflächen. Auch der hohe Asphaltanteil des Wanderweges wird hier wieder mal von Schotterstraßen unterbrochen.
Bei Wasserburg treffe ich dann wieder auf den Bodensee. Und dies näher, als es bislang der Fall war. Am ausgesetzten Querweg übersetze ich rüber nach Wasserburg. Auf diesem Weg sollte tunlichst niemand mit großem Rucksack entgegenkommen, wenn man selbst einen großen Rucksack trägt. Könnte eng werden.

Die Hunde wissen, wie Erfrischung funktioniert.
Die Wegweiser in Wasserburg kann man nicht so leicht übersehen.

Von Wasserburg nach Nonnenhorn dominiert die Wasserburger Straße das Geschehen. Den Bodensee erkenne ich zu meiner Linken immer nur zwischen den Obstbäumen und Häuserzeilen.

Nonnenhorn besticht nicht nur mit dem klingenden Ortsnamen, sondern bietet Superlativen.

Ein Stein aus dem Bodensee und ein Mammutbaum aus Kalifornien zieren den Vorplatz der Kapelle in Nonnenhorn.

Weiter geht’s nach Kressbronn und auf dem Radweg wird die Strecke nach Langenargen fortgesetzt. Leichte Panik kommt auf, als ich den bröselverseuchten Boden meines Waffelvorrates inspiziere.

Die Ressourcen schwinden.
Vorsicht ist geboten, wenn der Hafenwärter mit dem Stahlseil-Slip hier herumstreunt.

Dann: Langenargen. Schon aus der Ferne erblicke ich den markanten Turm des Schloss Monfort. Der Kiesstrand übt eine einwillige Anziehungskraft auf mich aus. Nach 30 Kilometern bei Hitze und Sonnenschein hätte ich nichts gegen ein gemütliches Schläfchen am Ufer des Bodensees. Die Rufe aus Friedrichshafen schallen aber lauter als die Wellen des Sees.

Ich geh schaukeln!

Straßen, auch wenn sie schmal sind, dominieren weiterhin hartnäckig den Bodenseerundwanderweg. Erst bei der Eriskircher Ried, dem größten Naturschutzgebiet am Nordufer des Bodensees, wird es wieder ein wenig natürlicher. Lange überlege ich jedoch, was die Abkürzung „Hfbhf.“ heißen könnte. Fünf Tage später soll dann erst die Erleuchtung kommen.
Erleuchtung in anderer Form erhält der fromme Wandersmensch am südlichen Regionalweg des Martinusweges, welchem man durch das Naturschutzgebiet für wenige Kilometer folgt.

Das Naturschutzgebiet hindert jedoch ein Seebad nicht daran, eine Fläche für Badegäste freizuschaufeln. Relativ unspektakulär verlasse ich den Bodenseerundwanderweg vor dem Zentrum von Friedrichshafen. Mein Ziel sind nämlich die Messehallen und die befinden sich beim Flughafen. Dort wo die Zeppeline stehen, starten und landen. Ich kämpfe mich durch die Stadt und erreiche den Campingplatz, an welchem ich die nächsten Nächte im Zelt Power Lizard SUL 1-2 von Vaude verbringen werde. Das war’s mit dem Bodenseerundwanderweg. Fürs Erste.

Flieeeeeeg! Irgendwo wird sicher geflogen!
Aufgeblasen am Zeltplatz.

Informationen zur Wanderstrecke

Länge: 40,7 km vom Bahnhof Bregenz zur Messe Friedrichshafen
Höhenmeter: heiße 25 Höhenmeter
Wegcharakeristik: Viel Asphalt, fast keine Höhenmeter, große Wegstrecken führen parallel zum oder direkt am Radweg.
Anreise: Mit dem Nachtzug von Wien nach Bregenz (ÖBB Nightjet, Liegewagen mit Reservierung und Frühstück)
Verpflegung auf der Strecke: In jeder Ortschaft gibt es immer wieder Geschäfte oder Gastronomie. Man verhungert nicht.
Kartenmaterial: Ich selbst war mit der freytag & berndt Wanderkarte Bodensee (WKD 10) unterwegs und diese war für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend.
Literatur: Ein Wanderführer zum Bodenseerundwanderweg ist von fernwege.de erhältlich.
Informationen im Netz: Tourismusverband Bodensee || Kurzinformationen zu Strecken am Bodensee Rundwanderweg

volle Distanz: 40.69 km
Gesamtanstieg: 216 m
Gesamtabstieg: -199 m

Haben Sie Friedrichshafen schon bei Nacht gesehen?

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Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön. Ganz besonders an einem sonnigen Vormittag am Bodensee. Mit einem Weißbier in der Hand genieße ich die zweistündige Schifffahrt von Friedrichshafen nach Bregenz (ca. 16 Euro) am Sonnendeck und hole mir zum Abschluss der Woche in Friedrichshafen einen Sonnenbrand. Zum Wohl!

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