Kärntner Grenzweg – Interview mit Alexander Schlick

Der März 2015 geht in die Geschichte des Kärntner Grenzweges ein. Denn der Weg entlang der, richtig geraten, Kärntner Grenze darf sich mit einer neuen Wegbeschreibung aus dem Hause Styria Books Verlag rühmen. Der Autor Alexander Schlick hat sich zu einem Interview bereit erklärt.
Ich darf in diesem Sinne auch auf die Buchpräsentation + Multivisionsshow am 28. April 2014, 18:00 Uhr im ÖPWZ, Rockhgasse 6, 1010 Wien, hinweisen.

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gehlebt: Im Vorwort deines Buches „Der Kärntner Grenzweg“ erwähnst du, dass Grenzen neugierig machen. Welche Neugier hat dich auf den Kärntner Grenzweg getrieben?
Alexander: Vor vielen Jahre fiel mir das Büchlein von Karl Preininger, dem „Erfinder“ des Grenzweges in die Hand, da hab ich mir vorgenommen, diesen zum richtigen Zeitpunkt zu gehen. Vor vier Jahren war dann der richtige Zeitpunkt. Viele Änderungen lagen für mich in der Luft, und der Grenzweg hat mir geholfen, zu mir zu finden und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

gehlebt: Was macht den Kärntner Grenzweg so besonders?
Alexander: Vieles. Zum Einen wandert man durch ganz unterschiedliche Gebirgslandschaften. Ganz schroffe, sanft-hügelige und hochalpine. Man erreicht sehr einsame Gegenden, märchenhafte Hochtäler…

gehlebt: Wie lange hat es gedauert, bis du endgültig den gesamten Weg abgewandert bist?
Alexander: Vor allem aus organisatorischen Gründen hat es drei Sommer gedauert. Bei mehr Zeit und entsprechendem Biss ist es aber in einem Sommer zu machen.

gehlebt: Hast du dich mal verlaufen und was ist über die Markierung bzw. Beschilderung zu sagen?
Alexander: Nun, in manchen Gegenden ist der Grenzweg selbst durch eine eigene Plakette sehr gut gekennzeichnet. In anderen Abschnitten fehlen sie fast völlig. Da sich der Weg aber bis auf wenige Ausnahmen auf bestehenden Wegen bewegt (z. B. Karnischer Höhenweg, Südalpenweg etc.) sind zumeist ausreichend Markierungen vorhanden, wenn man nur weiß, welchem Weg man folgen muss. Wirklich verlaufen habe ich mich nicht. Gelegentlich mal vielleicht 100 m falsch gegangen.
Man erreicht sehr einsame Gegenden, märchenhafte Hochtäler…
gehlebt: Welche technischen Schwierigkeiten erwartet die Menschen am Kärntner Grenzweg?
Alexander: In meinem Buch sind bei den Tagesetappen die Schwierigkeiten angegeben. Im Wesentlichen sind halbwegs schwindelfreie Menschen mit mittlerer Kondition gut gerüstet. Nur um den Sonnblick ist Gletschererfahrung nötig. Es gibt einige versicherte Kletterstellen, die aber wenig schwierig sind.

gehlebt: Die Kärntner Grenze ist sehr vielfältig, wird aber zur Gänze von der Bergwelt eingenommen. Welches Teilstück hat dir persönlich am besten gefallen und warum?
Alexander: Das ist eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Jede Berggruppe hat ihre ganz besonderen Reize. Sehr schön war jedenfalls der Weg durch die Schobergruppe, aber auch die Nockberge sind sehr reizvoll. Und da sind ja noch die wunderschön-schroffen Lienzer Dolomiten. 😉

gehlebt: Hast du die Wanderung am Grenzweg mit dem Gedanken begonnen, ein Buch darüber zu schreiben, oder hat sich das dann „einfach so“ ergeben?
Alexander: Am Anfang habe ich noch nicht mit dem Gedanken gespielt, aber nach einigen Etappen reifte der Gedanke langsam.

gehlebt: Was ist einfacher: weitwandern oder darüber schreiben?
Alexander: Wandern. Das schreiben ist auch sehr schön, aber man unterschätzt den Aufwand viel mehr als die Wegzeiten beim Wandern. So viele Aspekte, die sich erst beim Schreiben ergeben und recherchiert werden müssen.

gehlebt: Warst du meist alleine oder mit Wanderbegleitung unterwegs?
Alexander: Nicht viele Freunde haben sich zu diesem Unterfangen überreden lassen. So bin ich ca. 70 % der Strecke alleine gegangen, den Rest haben mich verschiedene Freunde begleitet. Ich denke, das war eine gute Mischung.

gehlebt: Auf so einer langen Weitwandertour wirst du das eine oder andere Hüttenschmankerl verspeist haben. Gibt es eine besondere kulinarische Empfehlung am Kärntner Grenzweg oder eine für dich besondere Hütte?
Alexander: Es gibt natürlich viele nette Hütten. Am schönsten war für mich aber die Elberfelder Hütte, sie liegt soooo einsam in der Schobergruppe, keine Straße und lange Zustiege führen dazu, dass nur echte Wanderer dort hinkommen. Der Hüttenwirt ist auch menschlich und das Speisenangebot ist kulinarisch eine Freude.
Nicht viele Freunde haben sich zu diesem Unterfangen überreden lassen.
gehlebt: Wie wird deiner Meinung nach die Zukunft des Kärntner Grenzweges aussehen oder was wünscht du dir für den Kärntner Grenzweg?
Alexander: Er hat in den letzten Jahren einen Dornröschenschlaf erlebt, es würde mich freuen, wenn das Buch dazu führt, dass viele Einheimische und auch Gäste sich den Weg als Langzeitprojekt aussuchen, er damit Menschen zusammenbringt und Freude bereitet.

gehlebt:
Und zum Abschluss: Welcher Grenzweg steht nun am Programm?
Alexander: Osttirol 360 Grad, der Weg rund um Osttirol.

Lieber Alexander, ein herzliches Dankeschön für die Beantwortung der Fragen und alles Gute auf deinen weiteren Wegen.
Das Buch „Der Kärntner Grenzweg“ ist in Buchhandlungen erhältlich, über die Verlagshomepage zu beziehen und kann auch bei freytag & berndt bestellt werden.
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Ein Gedanke zu „Kärntner Grenzweg – Interview mit Alexander Schlick

  1. Ja ich bin sehr begeistert vom Buch, habe es mir gekauft.Da ich auch schon viele km. in den Beinen
    habe, würden mich einige Etappen sehr interresieren. Das Buch ist sehr ausführlich und gut
    geschildert. Schauen wir einmal,vielleicht wird was draus.

    Maria Kocher, Murau Begeisterte Wanderin

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