Lesetipp: „Bananenblatt“, Das Magazin der Komischen Künste

Vor ein paar Monaten erhielt ich von der Komischen Künste Verlagsges.m.b.H das sommerliche Bananenblatt zum Thema „Veggie“. Eigentlich wollte ich damals schon darüber berichten und das Bananenblatt der großen Masse draußen vor den Bildschirmen vorstellen. Doch irgendwie ist das vegane Bananenblatt nicht mehr auffindbar gewesen, nachdem ich es veganen Freunden gezeigt habe. Jedenfalls, ich habe mich mit der Nichtvorstellung des Bananenblatts schon abgefunden, nicht jedoch die Leute von den Komischen Künsten. Sonst hätten sie mir nicht die Herbstausgabe zugeschickt. Den Wink mit dem Zaunpfahl habe ich verstanden und hiermit stelle ich euch das Bananenblatt vor.

Das Bananenblatt mit Schramme am Eck links oben - das war schon so.
Das Bananenblatt mit Schramme am Eck links oben – das war schon so.

Bananenblatt – Das Magazin der Komischen Künste | Kunst spezial

Wie schon eingangs erwähnt, beschäftigte sich die Sommerausgabe mit dem Thema „Veggie“. Ich kann mich noch erinnern: die Ausgabe war gut. Unschwer zu erkennen – siehe Bild über der Überschrift und dem Text in der Überschrift – handelt die Herbstausgabe über Kunst, oder wie im Innenteil von „Knust“ gefaselt wird, wohl in der Annahme, dass es sich bei diesem simplen Buchstabentausch schon alleine um Kunst handeln könnte. Dabei könnte man auch so schöne Wörter wie „Stunk“ aus Kunst bilden, aber wollen wir das nicht auf die euphemistische Goldwaage legen.

Ausgabe: Nummer 21, Herbst 2015
Blätter: 8
Seiten: 32
Preis: ATS 55,- oder für all jene, die nicht in der Vergangenheit hängengeblieben sind: € 3,99,-
Anmerkung zum Preis: Bei einem Umrechnungsfaktor von 13,7603 (eines der wenigen Dinge, die in der Unterstufe hängengeblieben sind) beträgt der aktuelle Schillingbetrag eigentlich 54,90 ATS. Man wird hier als konsumierender Mensch getäuscht, das wird man doch noch sagen dürfen.
ISBN-Nummer dieser Ausgabe (ja, die gibt es): 978-3-903980-38-0
Verlag: Komische Künste Verlagsges.m.b.H, Wien
Wo krieg ich den Stoff her? Im Shop der Komischen Künste im Museumsquartier Wien (haufenweise, dort wird damit geheizt) oder in ausgewählten Buchhandlungen oder direkt online.
Abo: Gibt’s. Ich empfehle „Sex mit 45“.

Das Bananenblatt ist der ideale Begleiter beim Frühstück am frühen Nachmittag.
Das Bananenblatt ist der ideale Begleiter beim Frühstück am frühen Nachmittag.
Man kann die Augen kaum vom Bananenblatt lassen.
Man kann die Augen kaum vom Bananenblatt lassen.

Was ist das Bananenblatt?
Das Bananenblatt ist eine Anreihung sinnfreier, unseriöser und amüsant wirkender Texte und Cartoons sowie Werbung. Der einzige Bereich im Bananenblatt, der wohl tatsächlich in vollkommener Ernsthaftigkeit dem Leser und der Leserin gegenüber steht, ist das Impressum.
Ein Schweizer Mann aus Käse berichtet über die Feindschaft zum Gouda, es wird halbnackt über „Knust“ philosophiert, der Begriff von Neo-Landart nimmt Gestalt in Text- und Bildform an und die schwarz-blaue Ursula Stenzel ist im Starschnitt ausschneidbar.

Das Kreuzworträtsel holt dich aus dem alltäglichen Trott.
Das Kreuzworträtsel holt dich aus dem alltäglichen Trott.

Das leicht politisch motivierte Kreuzworträtsel lässt die Gehirnzellen nach dem Nachmittagsfrühstück so richtig auf Touren kommen, „Eine Zeitung“ präsentiert Neuigkeiten aus aller Welt und die Jobs-Anzeige bietet allesamt lohnenswerte Arbeitstätigkeiten an, für welche vor wenigen Jahren wohl wirklich eine persönliche Bewerbung verschickt worden wäre. Heute schreibe ich halt Wanderbücher. Falls noch jemand für den Verkauf von Holz- und Bambus-Sonnenbrillen gesucht wird: Ich habe manchmal Zeit.

Knifflig...bester Freund des Menschen.
Knifflig…bester Freund des Menschen.
Wenn man eine Bar im Wohnzimmer stehen hat, sollte das Bananenblatt nicht weit sein. Das im Glas ist übrigens Wasser.
Wenn man eine Bar im Wohnzimmer stehen hat, sollte das Bananenblatt nicht weit sein. Das im Glas ist übrigens Wasser.
Selbst am stillen Örtchen wird bananengeblattet.
Selbst am stillen Örtchen wird bananengeblattet.
Wir entführen das Bananenblatt in die Natur, auch wenn in einem Rosenbusch stehend die Welt verkehrt aussieht.
Wir entführen das Bananenblatt in die Natur, auch wenn einem, in einem Rosenbusch stehend, die Welt komisch vorkommt.

Zum Ende hin wird’s kindisch: Hanni und Nanni betreten die Bühne und eine Weinviertler Cartoonistin kommt zu Wort. Die Cartoonistin weiß vermutlich nicht, dass sie und ich unglaublich viele Gemeinsamkeiten haben: Ich weitwanderte schon mal durch Wolkersdorf, habe in Wien gelebt, bin an der FH Joanneum in Graz vorbeigegangen, Geo Saison lese ich ab und zu, schaue Fußball im ORF, habe des Öfteren ein Theater besucht und schreibe ein Hundebuch, aber nicht für Fred & Otto. Unglaublich, oder? Nur wer das Vergnügen der aktuellen Bananenblatt-Ausgabe genießen kann, weiß um diese Umstände Bescheid.

Selbst bei den saftigsten Äpfeln wird der Blick nicht vom Bananenblatt gelassen.
Selbst bei den saftigsten Äpfeln wird der Blick nicht vom Bananenblatt gelassen.
Ab und zu muss man sich ob der Vielfalt im Bananenblatt schon mal hinsetzen.
Ab und zu muss man sich ob der Vielfalt im Bananenblatt schon mal hinsetzen.

Am Ende des Bananenblatts sind Konsumtipps platziert, drei Bücher, die sollen lustig sein. Was aber durchgehend auffällt: Immer wieder findet man Werbung zu der Ausstellung „Wien in leiwanden Grafiken“ oder zum gleichnamigen Buch, zu Büchern vom Holzbaum Verlag und zum bevorstehenden BuchQuartier. Ich vermute eine korrupte Inseratschaltungsstrategie hinter dieser Auffälligkeit. Meine geheimen Informanten haben sämtliche Fixies in Bewegung gesetzt und herausgefunden, dass alles aus dem Museumsquartier in Wien gesteuert wird. Das Museumsquartier ist offenbar eine Brutstätte komischer Dinge. Mehr gibt es bald zu lesen im „Schwarzbuch MQ“.

Selbst Tiere fliegen auf das Bananenblatt.
Selbst Pirie fliegt auf das Bananenblatt.

Ich muss noch kurz zum Ursula-Stenzel-Starschnitt einhaken: 96 Teile sind für den Starschnitt vorgesehen, Teil 1 des Ursula-Stenzel-Portraits kann in dieser Ausgabe ausgeschnitten werden. Dieser Teil ist quadratisch, das Übersichtsportrait ist jedoch mit rechteckigen (für KlugscheißerInnen: nicht quadratisch) Linien unterteilt und selbst diese entsprechen kaum dem Ausschnitt von Teil 1 des Starschnittes. Hier erwarte ich mir mehr Professionalität. Für all jene, die jetzt absolut keine Ahnung von nichts haben: Holt euch die neue Bananenblatt-Ausgabe. Sie ist gut.

Am besten lässt sich das Bananenblatt vor einer Türe lesen.
Am besten lässt sich das Bananenblatt vor einer Türe lesen.

Zum Schluss noch ein Tipp für Spekulanten: Diese Ausgabe wird mit ziemlicher Sicherheit schon in wenigen Jahrzehnten horrende Preise auf Kunstauktionen erzielen! Ich habe meine Ausgabe, und du?

Danke an die Komischen Künste für die Herbst-Ausgabe. Absicht? Oder wird jetzt jemand gefeuert?

2 Gedanken zu „Lesetipp: „Bananenblatt“, Das Magazin der Komischen Künste

  1. sehr spannend aufbereitet – überlegte kurz, ob ich’s mir besorgen sollte. Also das Bananenblatt. Aber ich bin ja keine Spekulantin, lasse es wohl doch bleiben hihihihi

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