Mit Weitblick denken

Immer wieder stelle ich mir die Frage: Ist mein Leben wirklich das Leben, das ich leben will? Will ich wirklich bloggen, Berichte über mein Leben veröffentlichen, mich zur Schau stellen? Mit Verlaub, ich blogge und schreibe gerne. Jedoch denke ich, es ist an der Zeit die Fühler in andere Richtungen auszustrecken.

Reicht mir das um glücklich zu sein?

Wir leben in einer Zeit, in welcher Menschen immer weniger zeitliche Ressourcen für Wandertouren, für Weitwandertouren und generell für sich selbst zur Verfügung haben. Es bleibt auch kaum mehr Freiraum für Naturerkundungen; einfach mal in der Wiese sitzen und Wolken beobachten sind nur mehr in Ausnahmefällen möglich, wenn zum Beispiel das Smartphone streikt. Das ist eben das Risiko in der Natur. Solange Bäume noch kein Wifi-Signal aussenden, werden die Menschen immer Wälder meiden.

Der Mensch will jederzeit erreichbar sein, man will immer alles sofort wissen!

Unsere Zeitressourcen sind also begrenzt. Auf Erlebnisse wollen wir aber dennoch nicht verzichten. Daher habe ich eine zukunftsweisende und vorausschauende Idee für meinen Blog, oder vielleicht erstelle ich sogar einen eigenen Blog dafür. Das ist noch nicht entschieden. Jedenfalls zeige ich dir, wie du Erlebnisse in kompakter Form am eigenen Leib spüren kannst und du dadurch unglaublich viel Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens sparst. Ich nenne es „Erlebniserweiterung“, oder um mit der eigenen Wortkreation im internationalen Wettbewerb bestehen zu können: „Expension“. Das Wort setzt sich aus „Experience“ und „Extension“ zusammen. Gut, nicht wahr? Ein Wortklau ist nicht mehr notwendig, das Wort ist schon als Marke registriert. Weltweit.

Die Zukunft heißt „Erlebniserweiterung“!

Wo auch immer du aktiv bist, ob facebook, instagram, snapchat oder auf der aufstrebenden Plattform icq: Du kannst deine Erlebnisse teilen, die für deine Mitmenschen unglaublich und grandios klingen, dabei hast du nur einen Bruchteil der Zeit davon beansprucht. Du kannst dir noch nicht vorstellen, wie das Ganze aussehen soll? Hier ein paar Beispiele von Tipps, die du von mir für deine „Expension“ erhalten wirst:

  • Zum Beispiel zeige ich dir in einem Youtube-Video, wie du dir in fünf Minuten perfekt aussehende Augenringe unter die Augen malen kannst, als ob du gerade eine 12-Stunden-Wandertour ohne vorherigem Schlaf hinter dir hättest.
  • Oder ich zeige dir wie du dank Google Maps, Wetterdiensten und Fotogalerien lückenlos von einer Bergtour berichten kannst, ohne jemals dort gewesen zu sein. Auch wichtig für dich: Welche Fotos darfst du wie für deine sozialen Kanäle verwenden, ohne dafür geklagt oder strafrechtlich belangt werden zu können. So kannst du auch in Windeseile Berichte für alpenvereinaktiv.com schreiben.
  • Außerdem bastle ich mit dem Wiener Software-Unternehmen Ubihard (auch bekannt für ihren Trekking-Simulator) an einer realitätsnahen Weltreisesimulation, inklusive VR-Brille und als Add-On einen mobilen 4D-Kinosessel auf einer Rüttelplatte für das ultimative Reiseerlebnis. Damit haben auch deine Nachbarn unter dir was davon.
  • In Anlehnung an die App runtastic, wird es eine ähnlich anmutende App für dein Smartphone geben. Die App „runtacktick“ (ein Wortspiel aus laufen, ankleben und abhaken) multipliziert deine gelaufenen Meter einfach mit dem Faktor 10, die dafür absolvierte Zeit kannst du im Vorfeld einstellen. So einfach waren Laufen und die Welt daran teilhaben lassen noch nie.

Es warten noch viele weitere Tipps in der imaginären Schublade auf die Freiheit. Doch lassen wir sie nicht zu viel Außenluft schnuppern. Wir könnten ja sonst was versäumen.

Erlebnisse versäumen ist wie Bier stehen lassen!

Hast du es bis hierher geschafft (bitte teile mir das mit dem Kommentar: „Ich hab Weitblick“ mit), darf ich dich auf das heutige Datum verweisen. Genau!

 

 

5 Gedanken zu „Mit Weitblick denken

  1. Hallo Martin! Ich habe Weitblick darum auf deine Seite geblickt. Danke, dass ich hier herumwandern durfte. Ich selbst mache auch gerne mehr oder weniger weite oder kurze Wanderungen bzw. Pilgerreisen. von 2007 bis 2016 jedes Jahr von Eisenstadt nach Marizell zu Fuß gepilgert. 2012 war ich mit Flugzeug,, Bus und Teilstrecken zu Fuß auf dem Jakobsweg. 2016 Pinzgauer Wallfahrt über den Großglockner. (per pedes versteht sich) Pilgerreisen mit Bus/Flugzeug sind auch mein Ding. Da könnte ich schon einiges berichten. Kerkeling und Glavinic sind ein Schmarrn dagegen 🙂 Fatima, Medjugore, Santiago de Compostela. Du siehst, ich geb´ mir Mühe 🙂
    Leider hab ich es noch nicht geschafft, (obwohl ich Hobbyautorin bin) mit meinen Berichten ans Volk zu gehen.
    Ganz liebe Grüße
    Sylvia

  2. Mich interessiert die angesprochene Verknüpfung mit alpenvereinaktiv.com sehr, doch würde ich sie wohl umgekehrt nutzen: Denn ich möchte ja gar keine Touren anlegen, das habe ich schonmal probiert, das ist mitunter ganz schön schweißtreibend. Gut würde ich finden, wenn ich von dort bereits angelegte Wege in die App importieren könnte und unter Beigabe von ein paar Fotos automatisch ‚Mein Tourenbericht‘ auf Facebook (idealerweise auch Tinder) veröffentlicht würde. In alpenvereinaktiv kann man sogar die eigene Gehgeschwindigkeit angeben (bei mir ca. 7 km/h), das könnte dann auch gleich übernommen werden.
    Für den Text der Tourenbeschreibung würde ich mir eine Verknüpfung mit dem Oeuvre von Rüdiger Nehberg wünschen.

    1. Mit 7 km/h untertreibst aber noch ziemlich, das ist ja sicher mehr bei dir.
      Hmmm, die Kombination mit Tinder finde ich interessant. Könnte man ohne Probleme einbinden, Profilaufwertung durch Erlebniserweiterung. Es steckt offensichtlich noch viel mehr Potenzial dahinter als gedacht. Do steckt vü Kohle drin, des is a Goldgrube!!1elf!!

  3. Manschmal stelle ich mir die selben Fragen (habe deswegen schon 2 gut besuchte Blogs beendet, aber iergendwie lande ich immer wieder beim bloggen denn ich schreibe (und teile) gerne. Die Zeit ist immer da, mal mehr mal weniger, man muss nur die Prioritäten richtig setzen. Und Wandern ist nicht gleich Wandern. Einige wollen so und so viele Kilometer oder Höhenmeter in kurzester Zeit erreichen anderen wollen sich die Zeit nehmen und die Natur geniessen. Alle waren aber da und haben es erlebt, jeder auf seine eigene Weise. Ich die die sich Zeit nimmt. Ich bin mir sicher dass so eine App wie du sie beschreibst viel Erfolg haben würde, was eigentlich traurig ist. Den viele messen ihr Leben nach dem Likes auf ihrem Fb oder Instagram Profil. Mich hatt gerade das veröfentlichen von Fotos auf Instagram und Blog „verlangsamt“ – ich bin achtsamer geworden den ich will ganz viele Eindrucke sammeln und sie mit der Welt teilen (egal ob das jemanden interessiert oder nicht).
    LG aus Slovenien

    1. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob mein Aprilscherz angekommen ist. 🙂
      Danke aber für dein Kommentar und du hast leider auch recht: Das Leben mancher Menschen wird von Likes bestimmt…

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