Produkttest: CEP Outdoor Merino Mid-Cut Socks

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Man sieht sie kaum, und wenn man sie sieht, riecht man sie: Wandersocken. Abgesehen für begnadete Barfußwanderer, sind Wandersocken eines dieser Utensilien, welches man nicht im eigentlichen Blickfeld wahrnimmt, für ein positives Gehvergnügen jedoch unabdingbar sind. Ich habe mich mal kurz von Omas Stricksocken losgelöst und mich in die High-Tech-Sockenliga begeben. Getestet habe ich die „Outdoor Merino Mid-Cut Socks“ von CEP. Ob sie mich in höhere Geh-Sphären gehoben haben oder mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen haben, könnt ihr jetzt erfahren.

Zum Unternehmen CEP

CEP ist seit 2007 eine eigene Sportmarke des Unternehmens medi, welches sich auf medizinische Hilfsmittel spezialisiert hat. CEP INTELLIGENT SPORTSWEAR greift dabei auf ihre langjährige Erfahrung im bereich der medizinischen Kompression und Wirksamkeit zurück. Gegründet wurde das Unternehmen medi bereits im 19. Jahrhundert im sächsischen Vogtland.
CEP sponsert etliche Spitzensporltler auf der ganzen Welt, u.a. den „Amerikanischen Alpin- und Freestyle-Skier Daron Rahlves“ und den „Schweizer Profi-Kletterer und Basejumper Stephan Siegrist“. Tja, und jetzt sponsert CEP quasi den „Österreichischen Weitwanderer und Kaffeetrinker Martin Moser“.

CEP produziert nicht nur Socken, sondern auch Waden- und Kniestrümpfe sowie Oberteile. Die Spezial-Socken reichen von Sportarten wie Triathlon bis hin zu Golf, interessant für Wandermenschen sind die Socken der Outdoor-Reihe und für mich besonders die Mid-Cut-Socken.

Die offizielle Beschreibung der Outdoor Merino Mid-Cut Socks von CEP

Durch die Verbindung von feinster Merino-Wolle und Polyamid-Fasern ergeben sich optimale Voraussetzungen für den Outdoor-Sport. Merino-Wolle ist in der Lage auf Veränderungen der Körpertemperatur einzugehen und dementsprechend zu wärmen oder zu kühlen. Zusätzlich kann das Material Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und abtransportieren. So bleibt Deine Haut auch auf langen Touren angenehm trocken.

Merkmale:

  • Einzigartige Materialkombination aus bester Merino-Wolle, feinster Seide und funktioneller Hightech-Faser für höchste Haltbarkeit
  • Optimale anatomische Passform
  • Extraflache Zehennaht
  • Perfekte Thermobalance dank Merinowolle und Seide
  • Herausragendes Klima- und Feuchtigkeitsmanagement
  • Ideal platzierte Polsterzonen zur Druckentlastung
  • Reduzierte Blasenbildung durch enganliegendes Fußteil
  • Antibakterielle, geruchshemmende Wirkung

Material:

  • 64 % Polyamid
  • 18 % Wolle (Merino)
  • 10 % Elasthan
  • 8 % Seide

Made in Germany

Man erkennt sofort, dass der Anteil an Merino-Wolle nicht einmal 1/5 beträgt. Also die Socken meiner Oma haben 100%-Wollanteil. 😉 Scherz am Rande.

Erster Eindruck

Die Outdoor Merino Mid-Cut Socks gibt es in drei unterschiedlichen Farbkombinationen (grün/schwarz, grau/schwarz, braun/schwarz). Der Verbraucherpreis beträgt pro Paar € 24,90. Vier unterschiedliche Größen für Mann und Frau stehen zur Verfügung, wobei hierbei der Fesselumfang ausschlaggebend ist (schmalster Umfang am Knöchel).

Halloooo, liebe Outdoor Mid-Cut Socks!
Halloooo, liebe Outdoor Mid-Cut Socks!

Die Socken werden in einer Kunststoffhülle geliefert, die beiden Socken selbst liegen zusammengeklappt in einem Produktkarton, auf welchem man noch alle Produkt-Informationen  kompakt zusammengefasst findet. Auch ist im Innenteil ein kleines Booklet zu finden, welches die Besonderheiten der CEP Outdoor Socks herausstreicht.

Die Socken sind nach dem Oeko-Tex® Standard 100 überprüft:

„Der OEKO-TEX® Standard 100 ist ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen. Die Schadstoffprüfungen umfassen gesetzlich verbotene Substanzen, gesetzlich reglementierte Substanzen, bekanntermaßen gesundheitsbedenkliche (jedoch noch nicht gesetzlich geregelte Chemikalien) sowie Parameter zur Gesundheitsvorsorge. In ihrer Gesamtheit gehen die Anforderungen deutlich über bestehende nationale Gesetze hinaus.“

Dass die Socken nach diesem Standard überprüft sind, finde ich persönlich sehr positiv. Da „Made in Germany“ für das gesamte Produkt gilt, hoffe ich doch inständig, dass die für Deutschland geltenden sozialen, arbeitsrechtlichen und umweltschützenden Kriterien bei der Erzeugung des Produktes zur Anwendung kommen.

Aber, aber...die Socken sind ja nicht zum Liegen gedacht.
Aber, aber…die Socken sind ja nicht zum Liegen gedacht.
Formschön, die Farbe passt (blau wäre aber doch etwas cooler ;)).
Formschön, die Farbe passt (blau wäre aber doch etwas cooler ;)).
Die Socken liegen an den Zehen perfekt an, die Naht spürt man kaum.
Die Socken liegen an den Zehen perfekt an, die Naht spürt man kaum.
Wo links und rechts ist sollte man schon beherrschen.
Wo links und rechts ist sollte man schon beherrschen.

Die Socken wirken nach dem ersten Blickkontakt gut verarbeitet, sauber und passend. Ein erstes Reinschlüpfen in die Socken verrät mir, dass diese zwar sehr eng, aber nicht unangenehm anliegen. Und genau das ist die Besonderheit der CEP Outdoor Merino Socks. Kompressionszonen sollen gesundheitliche Vorteile bringen und die Durchblutung fördern.

Die erste Testtour

Nun denn, auf geht’s zur ersten Testtour. Omas Socken blieben diesmal zuhause, ich striff die gewaschenen CEP Outdoor Merino Socks über und begab mich auf Wanderschaft. Eine über 20km lange Wandertour mit vielen Höhenmetern, unterschiedlichen Untergrundsformen und ein schweißförderndes Wetter erbrachten die ersten Erkenntnisse. Während der Wandertour folgte der Blick des Öfteren auf die Socken. Ich spürte keine Druckstellen und keine Blasenanzeichen, keine sonstigen Wehwechen oder unangenehmen Momente, das Gehvergnügen wurde nicht getrübt. Hier verhält es sich mit Wandersocken wie mit Fußball-Schiedsrichtern: fallen sie nicht auf, sind sie gut.
Nach der Tour fuhr ich mit dem Zug wieder in die Heimat, die Schuhe zog ich dabei aus und man musste den Zug nicht räumen. Denn der Schweißgeruch war fast nicht vorhanden, die Haut auf den Füßen fühlte sich gut an, die Socken waren nur gering feucht und haben wohl einiges an Schweiß absorbiert und weitergeleitet. Als ich in meinem Heimatbahnhof ankam, hatten die Socken die restliche Feuchte auch schon an die Umwelt abgeleitet und waren wieder trocken. Ich war vollstens zufrieden.

Unterwegs auf der Hohen Wand mit den CEP Outdoor Socks.
Unterwegs auf der Hohen Wand mit den CEP Outdoor Socks.

Aber man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben. Zuhause fiel mir auf, dass an den Knöcheln die Wolle leicht aufgescheuert war. Nach einer ersten Wandertour sollte das aber nicht vorkommen.

Leicht aufgescheuert rund um den Knöchek.
Leicht aufgescheuert rund um den Knöchel.

Die zweite Testtour

Die Socken wurden gewaschen und für die zweite Tour vorbereitet. Ganz anders als die erste Tour sollte der zweite Test ablaufen. Denn diesmal bewegte ich mich nur im Flachland, der Asphaltanteil war sehr hoch. Nach 10 Kilometern beendete ich die Tour, nicht weil ich mit den Kräften am Ende war, sondern weil mich ein Gewitter heimgesucht hatte. Doch die Zeit reichte für weitere Erkenntnisse, die jedoch wenig abweichend zur ersten Tour waren. Ich hatte keine Probleme mit den Socken, diese fühlten sich am steigungsfreien Asphalt sogar sehr gut an.

Asphalthatscher mit den Outdoor Socks und Begleitung.
Asphalthatscher mit den Outdoor Socks und Begleitung.

Die dritte Testtour

Auf der dritten Tour testete ich die Beständigkeit der Socken bei steilen und felsigen Bergauf- und Bergab-Passagen. Eine leichte Kletterei am Novembergrat auf den Schneeberg, rauf auf über 2.000 Meter, Abstieg über den steilen und ebenso felsigen Fadensteig. Und wiederum hatte ich keine Probleme mit den Socken. Obwohl an diesem Tag der bislang heißeste Tag des Jahres 2015 begrüßt werden konnte, fühlten sich die Socken kaum feucht an und von üblen Gerüchen kann ich auch nicht berichten. Das leichte Aufscheuern der Wolle ist jedoch unverändert geblieben, wurde also nicht verstärkt.

Nach der Begehung des Novembergrats - leichte Kletterei - am Schneeberg. Erst mal den Schuh lockern.
Nach der Begehung des Novembergrats – leichte Kletterei – am Schneeberg. Erst mal den Schuh lockern.

Mein Fazit

Im Grunde bin ich kein großer Freund von „High-Tech“-Wanderausrüstung. Ich spaziere im Winter noch immer mit einer nepalesischen Schafswolljacke herum, Omas Socken tragen mich schon seit einigen Jahren durch die Landschaft und Funktionsunterwäsche habe ich sowieso noch nie besessen. Aber bei diesen Socken mache ich gerne eine Ausnahme.
Ich hatte keine körperlichen oder gesundheitlichen Probleme, war mit dem Feuchtigkeitsverhalten sehr zufrieden und konnte die Wandertouren in vollsten Zügen genießen. Was mir erst immer nach diesen Touren klar geworden ist: Meine Füße waren kaum müde. Also werden die Füße nun wirklich besser durchblutet? Ich weiß es nicht, jedoch beantwortet meine subjektive Wahrnehmung diese Frage mit einem „Ja“.
Dass die Socken an Druckstellen, wie dem Knöchel bei mir, jedoch schon nach der ersten Tour leicht aufgescheuert sind, muss ich als negativen Aspekt anführen. Auch wenn seitdem keine ergänzenden Makel aufgefallen sind.

Doch alles in allem bin ich mit den CEP Outdoor Merino Mid-Cut Socks sehr zufrieden und vergebe 9 von 10 Mittelfußkompressionszonen.

Für die CEP Outdoor Mid-Cut Socks gibt's einen Daumen nach oben.
Für die CEP Outdoor Mid-Cut Socks gibt’s einen Daumen nach oben.

Anmerkung: Die CEP Outdoor Mid-Cut Socks wurden mir von CEP zur Verfügung gestellt und ich durfte diese ausgiebig testen. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

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