Puchberger Hüttenrunde

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Einmal tief Luft holen. In Puchberg am Schneeberg ist das möglich, ohne gleich die Lunge mit Feinstaub vollzustopfen. Manche Personen besuchen den Luftkurort ja nur wegen der frischen Bergluft. Wenn man nicht gerade neben dem Abgasrohr der Schneebergbahn steht, aber das ist eine andere Geschichte. Dass der Ort Puchberg aber nicht nur gute Luft sein Eigen nennen kann, sondern auch gemütliche Wanderwege, gutes Essen und schöne Ausblicke, stellt man beim Rundwanderweg um Puchberg fest. Am Abend nach der genussvollen Tagestour sollten keine privaten Termine festgelegt werden. Man weiß nämlich nie, auf welcher Hütte man hängen bleibt.

> Vom Bahnhof Puchberg zum Fadensattel
> Vom Fadensattel zum Öhlerschutzhaus und hinab nach Puchberg
> Kurzinfos
> Übersichtskarte + GPS-Track

Vom Bahnhof Puchberg zum Fadensattel

Der Alpensalamander müht sich ja bekanntlich bei Schlechtwetter aus seinem Versteck. So auch der eiserne große Bruder am Bahnhof Puchberg. Die Salamanderbahn steht parat und chauffiert Wandersmenschen und SpaziergängerInnen auf den Hochschneeberg. Was der Diesel-Salamander dank des Treibstoffes überwindet, machen wir heute mit der eigenen Muskelkraft: Höhenmeter abspulen. Doch ist die Begegnung mit dem gefleckten Transportmittel am Bahnhof die einzige am heutigen Tag. Wir wandern nämlich nicht auf die Südseite des Schneebergs, sondern erklären den Fadensattel am nördlichen Ende des Fadensteigs am Schneeberg zu unserem erklärten Zwischenziel.
Die ersten Kilometer führen relativ flach und leicht ansteigend entlang der Regionalen Route P des Wiener Alpenbogens zur Talstation des Salamander Sessellifts bei Losenheim. Teilweise wird auch der Burgenländische Mariazellerweg 06 begangen. Meist wandern wir aber auf schmalen Güterwegen, queren dazwischen eine Weide und wandeln vor Losenheim einmal eine etwas breitere Straße entlang. In Losenheim führt für den motivierten Wandersmensch der Weg am gelb markierten Steig weiter bergauf über Pisten- und Waldwege empor zum Fadensattel und zur Edelweißhütte. Der mit Motivationsproblemen kämpfende Wandersmensch nimmt auch gerne mal den Sessellift von Losenheim zur Edelweißhütte.

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Hat der Schneeberg einen Hut, wird das Wetter gut. Irgendwo sicher.
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Am Fadensattel angekommen mit nicht fadem Ausblick Richtung Puchberg und darüber hinaus.
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An der Edelweißhütte mit neuer Terrasse seit dieser Wandersaison.
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Hüttentiger Punkti genießt die Aussicht von der Edelweißhütte.

Kurze, oder auch längere Rast bei der Edelweißhütte lohnt sich für Mensch und Tier. Seit vielen Jahren betreut der Hüttentiger Punkti die Gäste auf der Edelweißhütte und wirft mit kostenlosen Katzenhaaren um sich, Streicheleinheiten sind beim Besuch der Hütte Pflicht. Jedenfalls habe ich bei meiner Schneeberg-Rax-Backstage-Tour diesen Charme hautnahe kennengelernt.
Im neuen Glanz erstrahlt die Terrasse vor der Hütte, im Inneren erhellt eine neue Registrierkasse die Augen des Finanzministers. Einige Neuerungen hat das aktuelle und motivierte Hüttenteam in den letzten Monaten umgesetzt. Relativ neu ist auch die Wandertafel des Wiener Alpenbogens, welchen wir von hier weg bis zum Öhlerschutzhaus begehen. Außerdem befinden wir uns am Weg über die Dürre Wand am Nordalpenweg 01 und am Piestingtaler Rundwanderweg 231. Weite Strecken haben hier also schon manche Wandersmenschen zurückgelegt. Uns reicht heute die Tagestour um Puchberg.

Vom Fadensattel zum Öhlerschutzhaus und hinab nach Puchberg

An den schon erwähnten Wanderwegen mit dem Schneeberg im Rücken wandern wir am Almreserlhaus vorbei bergan auf die Dürre Leiten. Dank der dürren Bezeichnung erhaschen wir einige Ausblicke in die Gutensteiner Alpen und darüber hinaus. Am Weg über einen Wurzelsteig hinab zur Mamauwiese wandern wir durch schattigen Wald und kommen den Almwiesen immer näher. Der Berggasthof Mamauwiese ist aktuell geschlossen. Ob und wann hier wieder der Betrieb aufgenommen wird, steht entweder noch in den Sternen oder in den nicht öffentlichen Besprechungsakten der Gemeinde. Schade, denn für die WallfahrerInnen nach Mariazell am Burgenländischen Mariazellerweg 06 gibt’s hier einen Unterkunftsengpass. Ein paar Kilometer im Voistal wird man jedoch bei der Familie Jansch fündig. So, genug gewallfahrtet.
Sanfte Almwiesen führen uns zu einer kleinen Anhöhe, von welche wir auf die Gipfel von Schober und Öhler blicken. Der weitere Weg führt nun an den Südwänden von Schober und Öhler vorbei zum Öhlerschutzhaus. Alternativ bietet sich auch die Überquerung beider Gipfel am gelb markierten Steig an. Gipfelkreuz mit Buch findet man am Schober (1.213m), die Position des Öhlergipfels muss man jedoch wissen oder entdecken. Abenteuer-Alarm!

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Noch zu früh für das Glockengeläute.
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Kaltes klares Wasser am Weg zum Öhlerschutzhaus.

Für weite Ausblicke ist das Öhlerschutzhaus nicht wirklich berühmt. Was hier aber an landschaftlichen Weitblicken fehlt, wird in der Küche wettgemacht. Die weltweit bekannten Öhlerknödel gelten als Spezialität des Hauses, nur werde ich als Vegetarier wohl nie in den Genuss dieser Knödel kommen. Macht nix, gibt viele gute andere Speisen auf der Karte. Dazu noch Kuchen, Kuchen und habe ich schon erwähnt, dass es Kuchen gibt?
Wer auf den Hüttenwandergeschmack gekommen ist, kann bei Mary am Öhlerschutzhaus auch meine Beschreibung zum Piestingtaler Rundwanderweg erwerben. Nur für den Fall wenn ein Wandertag zu wenig wäre.

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Auf der Sonnenterrasse am Öhlerschutzhaus.
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Nicht die einzigen bei Schönwetter im April.
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Ein wildes Glücksspiel.
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Naja, ewig kann ich auch nicht sitzen bleiben, irgendwann muss ich mich schleich’n.

Ab nun geht’s bergab. Und zwar den blau markierten Wanderweg hinab nach Puchberg, welcher meist auf einer Forststraße hinab zum Haltberghof und Schoberbachtal führt. Etwas weniger Forststraße begeht man beim rot markierten Hanslsteig, dafür ist der Abstieg auch etwas steiler.

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Öhlerschutzhaus mit bedecktem Schneeberg.
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Wandertafel Wiener Alpenbogen am Öhlerschutzhaus.
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Verirren unmöglich.
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Vielleicht habt ihr bei eurer Tour mehr Glück mit dem Schneebergblick.
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Heute waren wir so fleißig wie die Waldameisen.

Am Ende der Schoberbachstraße treffen wir auf die Bundesstraße und erblicken zur Rechten den Bahnhof Puchberg am Schneeberg. Kulinarisch und landschaftlich verwöhnt machen wir uns auf den Heimweg. Doch das mit dem wolkenlosen Schneebergblick muss noch geübt werden.

Kurzinfos

Datum der Tour: 03. April 2016, 13. Mai 2016
Anreise
: Mit dem Regionalzug nach Puchberg/Schneeberg über Wiener Neustadt
Abreise: wie Anreise, nur retour eben
Weglänge: 22,3 Kilometer
Höhenmeter: 900 Hm
Dauer: ca. 6,5 Stunden
Charakteristik: mittelschwere Wanderung, ständig markiert und beschildert, landschaftlich abwechslungsreich, einige schöne Ausblickspunkte, gute Einkehrmöglichkeiten
Wanderkarten: freytag & berndt WK 012, BEV ÖK50 4212 Mürzzuschlag & 4206 Pernitz
Diese Route ist als Wandertipp auf www.wieneralpen.at zu finden!

Übersichtskarte + GPS-Track

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