Über Fels und Stein – Kraxelei am Kienberg (650m)

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Freitag Nachmittag hat sich zur klassischen „die-Hündin-muss-raus“-Tageszeit entwickelt. Vergangene Woche hat es Pirie und mich ins Leithagebirge getrieben, heute bewegen wir uns quasi auf der anderen Seite von Wiener Neustadt: in den Gutensteiner Alpen. Genauer jedoch gesagt in den Fischauer Vorbergen, welche über 650 Höhenmeter nicht hinaus kommen. Und genau diesen höchsten Punkt des Höhenzuges haben wir als Gassi-Tour ins Visier genommen. Tja, und wieder mal hat sich eine stinknormale Gassi-Tour zu einer fantastischen Wanderung entwickelt, mit Fels für mich und Pirie. Aber langsam im Programm.
Zwischen Dörfles und Netting befindet sich eine 6-fache Sternkreuzung, an welcher wir unseren fahrbaren Untersatz abstellen. Öffentlich kann man zu dieser Tour auch anreisen und zwar mit der Bahn. Bei der Haltestelle Urschendorf aussteigen (Bahnlinie Puchberg/Schneeberg), dann ca. 1km Fußmarsch zur besagten Kreuzung (siehe Karte am Ende des Berichtes).

Howe d'Ähre.
Howe d’Ähre.

Jedenfalls scheint der Hinweg relativ klar. In Richtung Schutzhütte Pony-Team und am Kienbergweg. Die Karte sagt mir auch, dass der Weg sogar markiert sein sollte. Ist es meine Vorliebe für Fotomotive, die mich immer wieder vom Weg abbringt, aber Markierungen entdecke ich keine und irgendwie habe ich auch so das Gefühl, dass wir uns nicht am Weg befinden, der auf der Karte eingezeichnet ist.

Ein liebes Hütterl am Wegesrand.
Ein liebes Hütterl am Wegesrand.
Mit Mach 1 fliegt Pirie über das Hindernis.
Mit Mach 1 fliegt Pirie über das Hindernis.
Keine Ahnung, wo genau wir hier sind.
Keine Ahnung, wo genau wir hier sind.

Ja, ich habe recht. Wir wandern zwar auf einem ausgetretenen Weg entlang, doch kamen wir bislang nicht an einem Weingarten, einer Wiese oder gar an der Schutzhütte vorbei – wie auf der Karte eingezeichet. Doch die Richtung stimmt. GPS habe ich daheim gelassen, die Route habe ich im Nachhinein irgendwie hingeschustert. Denn in keinen Karten ist der Weg verzeichnet, den wir gegangen sind.
Unbeirrt wandern wir den Weg entlang, streifen einige Hochstände und Futterplätze und irgendwann mündet der Weg in einen anderen Wanderweg, den ich versucht habe zu erreichen. Denn dieser Weg führt uns nun steil bergauf zur Kienbergwiese und zu einer markierten Wegkreuzung unter einem Kirschenbaum. Nur ohne Kirschen. Verdammt! Und „Weg“ habe ich nun auch oft genug gesagt!

Sollte uns der Proviant ausgehen, wissen wir, wo es was zum Lecken gibt.
Sollte uns der Proviant ausgehen, wissen wir, wo es was zum Lecken gibt.
Mitten in den Fischauer Vorbergen.
Mitten in den Fischauer Vorbergen.
ES BRENNT! Die Sonne vom Himmel.
ES BRENNT! Die Sonne vom Himmel.
Mein nächstes großes Projekt: dieser Markierung folgen. Habe diese Markierung nun schon im Rosaliengebirge, in Wiener Neustadt und in Bad Fischau gesichtet.
Mein nächstes großes Projekt: dieser Markierung folgen. Habe diese Markierung nun schon im Rosaliengebirge, in Wiener Neustadt und in Bad Fischau gesichtet.

An dieser Wegkreuzung beginnt der Irmasteig, gekennzeichnet mit einer Tafel, die gerade von einem Baum verspeist wird. Ab hier beginnt’s nun richtig Spaß zu machen. Der Irmasteig verläuft in Serpentinen steinig und steil bergauf zum Kienberg, meist markiert mit rot-weiß und grün-gelb. Wir zweigen jedoch bei der erstbesten Gelegenheit zur Linken ab, an den felsigen Absturz des Kienberges mit Ausblicken auf die Hohe Wand und den Schneeberg.

YES! Fels!
YES! Fels!
Das macht auch Pirie Spaß. Oder sie ist durstig.
Das macht auch Pirie Spaß. Oder sie ist durstig.
Man sieht es nicht, aber meine Füße baumeln in den Abgrund.
Man sieht es nicht, aber meine Füße baumeln in den Abgrund.
Hallo Hohe Wand und hallo Schneeberg. Sind auf euch mehr Menschen unterwegs?
Hallo Hohe Wand und hallo Schneeberg. Sind auf euch mehr Menschen unterwegs?

Und am Rand der Felsen bleiben wir auch. Dass Pirie kraxeln kann, weiß ich. Dass ich kraxeln kann, weiß ich auch. Also wählen wir die felsige Variante um auf den Kienberg zu kommen, 30 bis 40 Höhenmeter sind abwechselnd kletternd und gehend zu überwinden, die ideale Route suchen wir uns selbst.

Kreiste über unseren Köpfen, als ob wir Aas wären. Sollte wieder mal duschen.
Kreiste über unseren Köpfen, als ob wir Aas wären. Sollte wieder mal duschen.
Selbstauslöser-Action!
Selbstauslöser-Action!
Ich als Laie frage mich: Habe ich es hier mit einem Wiesen-Salbei zu tun?
Ich als Laie frage mich: Habe ich es hier mit einem Wiesen-Salbei zu tun?
Blick zur nordöstlichen Hohe Wand.
Blick zur nordöstlichen Hohe Wand.
Auch tote Föhren soll es geben.
Auch tote Föhren soll es geben.
Dafür sprüht hier das Leben.
Dafür sprüht hier das Leben.

Am Kienberg auf 650 Höhenmetern angekommen, genehmigen wir uns eine kurze Rast, genießen die Ruhe hier am Kienberg und blicken auf den höchsten Berg Niederösterreichs. Keine Menschenseele habe ich hier am Kienberg getroffen, bei schönem Wetter und an einem Freitag Nachmittag. Scheint sowas wie ein Geheimtipp zu sein – bis jetzt. 🙂

Einmal Rast am Kienberg zum Dableiben, bitte!
Einmal Rast am Kienberg zum Dableiben, bitte!
Pirie weiß wie Rast geht.
Pirie weiß wie Rast geht.
Beim Fladern erwischt!
Beim Fladern erwischt!

Am Gipfel des Kienberges folgen wir dem Wegweiser Richtung „Netting – Winzendorf“ und halten uns stur an die rote Markierung welche uns wieder zum Ausgangspunkt führt. Wieder mal geht eine kurzweilige Tour zu Ende, den Kienberg werde ich aber öfter besuchen kommen. Habe hier noch weitere, knackigere Felsen entdeckt. Pirie kommt natürlich mit.

Weitere Informationen

Länge: 5,4km
Höhenmeter: 330m
Startpunkt: Kreuzung zwischen Dörfles und Netting
Endpunkt: wie Startpunkt
Öffis: Bahnhaltestelle Urschendorf, Öffiverbindung: www.oebb.at
Parkplatz: am Straßenrand
Einkehrmöglichkeiten: keine
Karte: fb WK 012, BEV ÖK50 5201

Übersichtskarte

volle Distanz: 5.34 km
Gesamtanstieg: 323 m
Gesamtabstieg: -322 m

2 Gedanken zu „Über Fels und Stein – Kraxelei am Kienberg (650m)

  1. Wenn dir die ca 5 km zu kurz sind, kannst du die Wanderung etwas weiter Richtung Schneeberg ausdehnen und den Wald umrunden. (Blick auf Klein Höflein und Schneeberg).
    Am Gipfel des Kienbergs hatte ich das Glück, viele und große Schmetterlinge zu sehen.
    Lg Peter

    1. Hallo Peter! Danke für den Hinweis, bin ich schon einmal im Winter bei Schneesturm gegangen…sollte ich wohl mal bei schönem Wetter probieren.
      Liebe Grüße, Martin

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