Warum man hier keinen Amazon-Link findet

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass BloggerInnen dank einem Amazon-Partnerprogramm Geld verdienen können. Sie setzen auf ihren Blogs Links zu Büchern, Outdoor-Artikeln oder sonstigen Produkten und kassieren wenn jemand über diesen Link auf Amazon kommt und kauft. Klassisch sind vor allem Links zu Büchern.
Ich habe noch nie und werde auch nie einen Amazon-Link in meinem Blog setzen. Warum, das erzähle ich dir jetzt.

Weil ich Buchläden liebe

Und das nicht nur weil ich die letzten drei Jahre in einem arbeitend verbracht habe. Städte, in welchen Buchhandlungen zusperren oder in Einkaufszentren am Stadtrand ausgelagert werden, verlieren damit eine Institution und an Reiz.
Nichts beschreibt eine Stadt oder einen Ort besser als die vorhandene Buchhandlung. Wenn ich unterwegs bin und erblicke einen Buchladen oder ein Antiquariat, dann führen mich meine Füße unweigerlich in diese Ruheoase. So ein Gefühl wird sich beim Besuch von Amazon kaum einstellen.

Es gibt Alternativen

Was sich jedoch nicht leugnen lässt, sind die steigenen Umsatzrückgänge im stationären Buchhandel. Viele Läden erklären daraufhin den Onlineversand und meist in einem Atemzug auch Amazon als Feindbild.
Manche jammern und arbeiten vor sich hin, andere steigen auf den Amazon-Zug auf und wenige wagen einfach einen Schritt nach vor und starten mit einem neuen und modernen Webshop durch.
Es gibt also Alternativen, beinahe jede (etwas modernere) Buchhandlung bietet einen Online-Shop an. Jede österreichische oder deutsche Buchhandlung kann, soweit der Wille vorhanden ist und das hoffe ich doch stark, jedes verfügbare deutschsprachige Buch innerhalb weniger Tage bestellen und liefern. Oft auch englischsprachige Bücher.
Speziell zu Weihnachten boomt der Online-Versand. Versuche doch deine Weihnachtsgeschenke bei lokalen Buchhandlungen aufzutreiben.

Buchhandlungen sind vernetzt

Oft wird gesagt: „Wenn es Amazon nicht hat, hat es niemand.“ Das gilt ebenso für antiquarische Bücher, wobei des Öfteren die Antiquariate auch bei Amazon mitspielen. Aber auf Amazon wird dir niemand sagen: „frag doch mal dort“.
Buchhandlungen in einer Stadt kennen sich, auch wenn sie natürlich in Konkurrenz zueinander stehen. Im Endeffekt steht aber immer die KundInnenbetreuung an oberster Stufe und wenn mal etwas nicht verfügbar sein sollte, hört man von BuchhändlerInnen oft: „Fragen Sie doch einfach mal bei…“.
Die Kampagne „Ihr Buch hat ein Gesicht“ ist ein Zusammenschluss von 39 Wiener Buchhandlungen, welche gemeinsam die persönliche Betreuung in den Vordergrund stellen und so ein Zeichen gegen die wachsende Online-Konkurrenz setzen.

Amazon: so umstritten und so erfolgreich

Amazon ist wirtschaftlich erfolgreich. Das ist wohl unbestritten. Doch Zahlen alleine machen keinen Konzern attraktiv, für mich jedenfalls. Immer wieder umstrittene Berichte von schlechten Arbeitsbedingungen, Undercover-Berichte von ehemaligen Beschäftigen, knallharten Lieferverträgen und ein fragwürdiges Steuerkonstrukt. Sie machen es mir nicht schwer, sie nicht zu mögen. Ich war früher selbst bei Amazon angemeldet und habe auch bestellt. Doch vor vier Jahren habe ich dem Riesen den Rücken gekehrt, und die Abmeldung war alles andere als einfach.
Einige Verlage haben Konsequenzen gezogen und ihren Vertrag mit Amazon gekündigt.

Wenn das Geld keine Rolle spielt

Eine befreundete Autorin publizierte im Eigenverlag eine Wandererzählung. Sie belieferte interessierte Buchhandlungen, auch im Ausland. Mit Amazon wollte sie nie etwas zu tun haben.
Von Bekannten erfuhr sie jedoch, dass ihr Buch über Amazon vertrieben wird. Natürlich, da hatte eine nicht bekannte Buchhandlung ihre Finger im Spiel, womit wir wieder beim „Zug aufspringen“ sind. Der Autorin ging es nie um Geld, sondern um das sprichwörtliche Prinzip. Damit ihr Buch nicht auf Amazon zu finden war, musste sie den Verkauf ihres eigenen Buches von Amazon mit Hilfe einem Anwalt rausklagen, auf eigene Kosten.

Und doch nutze ich Amazon

Ja. Ich benutze Amazon. Doch nur als Suchmaschine.

Meine Bücher findet man auf Amazon

Das ist korrekt und ist Sache des Verlages. Meine zukünftigen Bücher in eigener Edition wird man nicht auf Amazon finden.

Wohin verlinke ich dann?

Da ich hier speziell über Outdoor- und Reisethemen schreibe, verlinke ich auf den Webshop der freytag & berndt Reisebuchhandlung in Wien sowie auf die Webseiten der Verlage.

Lokaler Buchhandel ums Eck

Nur wenige Meter von meinem Zuhause entfernt ist 2013 etwas heutzutage seltenes passiert. Es hat eine Buchhandlung eröffnet: Das Buch-Café. Oft blicke ich in die Auslage, sehe mich ab und zu im Inneren um und bestelle auch Bücher (wobei, ist schon einige Monate her, sollt‘ wohl wieder was bestellen).

Ich trage meinen Teil zur Stärkung des lokalen Buchhandels bei. Damit man in Zukunft auch weiterhin in den Regalen stöbern kann.

Wie sieht es in deiner Umgebung mit Buchhandlungen aus? Bestellst du bei Amazon, warum ja und warum nein? Schreib mir doch einfach in den Kommentaren.

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