Zwei Tage Donausteig – Zwischen Sankt Nikola und Waldhausen im Strudengau

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„Wandern ist eine Tätigkeit der Beine – und ein Zustand der Seele.“ Dieses Zitat von Josef Hofmiller begrüßte uns am Donausteig-Startplatz St. Nikola/Gießenbachmühle. Und genau jene Tätigkeit haben wir an zwei Tagen am Donausteig ausführen dürfen. Mit „Wir“ ist meine Wenigkeit, das Donausteig-Wanderbuch und ein guter Freund gemeint, welcher das erste Mal in seinem Leben in den Genuss einer zweitägigen Wanderung gekommen ist. Und ich darf jetzt schon vorweg nehmen: Er hat die 34 Kilometer lange Strecke, von der Gießenbachmühle nach Waldhausen und auf anderer Wegstrecke wieder retour, keineswegs bereut.

Farblich gut abgestimmt am Donausteig.
Farblich gut abgestimmt am Donausteig.
In der wildromantischen Stillensteinklamm.
In der wildromantischen Stillensteinklamm.

Die ersten Kilometer des Donausteiges verliefen durch die sagenumwobene Stillensteinklamm – ein wahres Naturkunstwerk. An der Steinernen Stube, die ihrem Namen absolut gerecht wurde, wendeten wir uns von der Klamm ab und stiegen einen versicherten Waldsteig bergan. Auf schmale Asphaltstraßen folgten gemütliche Waldwege und ausgetrampelte Wiesenpfade, des Öfteren mit Ausblicken auf das Donautal. Die kleine Ortschaft St. Nikola war bald erreicht. Leider war jedoch ein Abschnitt des Donausteiges nach St. Nikola wegen Forstarbeiten gesperrt, diese Information war dankenswerterweise vorab im Internet abrufbar. Wegsperren gehören zum Weitwandern dazu, also nahmen wir ohne Murren den Ersatzweg am Radstreifen direkt neben der Bundesstraße in Angriff.

Mit einem festen Dach über dem Kopf in der Steinernen Stube.
Mit einem festen Dach über dem Kopf in der Steinernen Stube.
Der Vormittagsregen hatte am Weg nach St. Nikola seine Spuren hinterlassen.
Der Vormittagsregen hatte am Weg nach St. Nikola seine Spuren hinterlassen.
Der Mautturm vor Sarmingstein war leider nicht begehbar.
Der Mautturm vor Sarmingstein war leider nicht begehbar.

Nach dem Ort Sarmingstein erfolgte der steile Aufstieg auf den Gipfel des Predigstuhls. Heilfroh waren wir, als der Gipfel erreicht wurde. Unsere Mägen hatten sich nämlich schon lautstark gemeldet und das Panorama am Predigtstuhl diente als perfektes Ambiente für unser mitgebrachtes Mittagessen.

Am Predigtstuhl mit Blick auf das Donautal.
Am Predigtstuhl mit Blick auf das Donautal.
Der Blick vom Predigtstuhl ließ einen fast vom Hocker fallen.
Der Blick vom Predigtstuhl ließ einen fast vom Hocker fallen.

Nachdem die knurrenden Mägen verstummten, wurde die Wanderung hinab in das Tal des Sarmingbaches fortgesetzt. Immer wieder trafen wir auf urige Häuser und sehenswerte Gärten, die Landschaft wechselte innerhalb weniger Minuten vom dunklen Mischwald zur ausgeprägten Kulturlandschaft. Waldhausen war zum Greifen nah und bald erreicht.

Blick von der Berta-Ruhe auf die Türme Waldhausens.
Blick von der Berta-Ruhe auf die Türme Waldhausens.
Erfrischung suchend im Eiskeller des Gasthofes Schauer.
Erfrischung suchend im Eiskeller des Gasthofes Schauer.

Freundlich wurden wir im Gasthof Schauer begrüßt und durften in unser reserviertes Zimmer treten, denn auch an Ruhetagen hat der Gasthof für Nächtigungsgäste geöffnet. Da ich als neugieriger Mensch auch an bäuerlicher Geschichte interessiert bin, besuchten wir den alten Eiskeller im Gasthof Schauer. In früheren Zeiten noch gebräuchlich, wurde der Eiskeller im Jahr 1973 das letzte Mal mit Eis befüllt. Der alte Eiskeller ist zu einem Schauraum umfunktioniert worden, Utensilien vom Eisschneiden sowie Fotos und Erklärungen informierten über die harte Arbeit.

Den Abend in Waldhausen ließen wir im Gasthaus Schlüsselwirt ausklingen. Besonders fiel mir die Freundlichkeit der Menschen im Ort auf, ein „Grias di“ kam hier jedem und jeder über die Lippen. Das liebe ich an meinem Geburtsbundesland Oberösterreich.

Unterwegs mit einem treuen Begleiter, dem Donausteig-Wanderbuch.
Unterwegs mit einem treuen Begleiter, dem Donausteig-Wanderbuch.

Gestärkt mit einem ausgiebigen Frühstück setzten wir am zweiten Tag unseren Weg am Donausteig fort. In das Innere der einstigen Klosteranlage Waldhausen warfen wir einen kurzen Blick. Besonders ins Auge stach mir der Festgarten, in welchem unterschiedlichste Pflanzen und Kräuter für verschiedenste Anlässe vorgestellt und ihre Symbolkraft und Heilfähigkeiten erläutert wurden. Hier könnte man Stunden verbringen, doch der Donausteig rief uns wieder zu sich.

Am Weg zur einstigen Klosteranlage von Waldhausen.
Am Weg zur einstigen Klosteranlage von Waldhausen.
Auf Erkundungstour im Festgarten.
Auf Erkundungstour im Festgarten.
Teils fast einsame Wege im Strudengau.
Teils fast einsame Wege im Strudengau.
Mit Schwung am Donausteig.
Mit Schwung am Donausteig.

Bald ließen wir Waldhausen nun endgültig hinter uns und wanderten auf kaum befahrenen Güterwegen und gut markierten Waldwegen entlang. Immer wieder begegneten wir Menschen, meist bei der Hof- oder Gartenarbeit, eine herzliche Begrüßung folgte immer. Und einmal wurde uns sogar die Mitnahme eines kleines Kätzchens angeboten. Der Weg zeichnete sich durch ein beinahe ständiges Auf und Ab aus, ohne jedoch wirklich steil und anstrengend zu werden. Am Weg zur Aumühle waren besonders die klassischen Mühlviertler Bauernhöfe auffallend.

Immer das Auge neben den Weg gerichtet, nichts übersehend.
Immer das Auge neben den Weg gerichtet, nichts übersehend.

Vor der Aumühle wendeten wir uns wieder der wildromantischen Stillensteinklamm zu und wanderten ab der Steinernen Stube auf schon bekanntem Wege zum Ausgangspunkt bei der Gießenbachmühle. Zwei wunderbare Wandertage gingen zu Ende.

Klammheimlich begingen wir die Stillensteinklamm vom Norden her kommend.
Klammheimlich begingen wir die Stillensteinklamm vom Norden her kommend.
Ein imposanter Felsbrocken kam uns am Rückweg in der Klamm zu Gesicht.
Ein imposanter Felsbrocken kam uns am Rückweg in der Klamm zu Gesicht.
Start- und Endpunkt dieser zweitägigen Donausteig-Runde.
Start- und Endpunkt dieser zweitägigen Donausteig-Runde.

In Erinnerung blieb eine abwechslungsreiche und sehenswerte Landschaft, eine perfekte Markierung und Beschilderung des Donausteiges, interessante Kulturgüter, schmackhaftes Essen und freundliche Menschen. Und nicht nur das. Ich bin ja dem Virus des Weitwanderns schon länger verfallen, doch diese zwei Wandertage am Donausteig haben bei meinem Mitwanderer etwas bewirkt: Er ist auf den Geschmack gekommen. Das Wandern am Donausteig ist bei ihm ein Zustand der Seele geworden – Josef Hofmiller hat recht behalten.

Dieser Beitrag ist zuvor bei Donau Oberösterreich Tourismus erschienen.

2 Gedanken zu „Zwei Tage Donausteig – Zwischen Sankt Nikola und Waldhausen im Strudengau

  1. Immerhin wurdet ihr im Vorfeld darüber informiert , dass der Weg gesperrt ist. Ich habe neulich bei einer Fahrradtour ganz ohne Ankündigung vor einer Sperre gestanden. Da gab es dann auch ein Umwegs-Schild – aber ärgerlich war es trotzdem es nicht vorher zu wissen. Aber okay, bin ich halt den Umweg entlang gefahren.

    LG
    Mel

    1. Über die Info war ich echt dankbar. Denn wenn du zu Fuß unterwegs bist, sind ja Sperren noch ärgerlicher.
      Und ja, den Umweg nimmt man dann schon mal in Kauf, auch wenn es eine stark befahrene Straße entlang geht. 😀
      Liebe Grüße, Martin

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