Augustiner Chorherrenstift Sankt Florian

[Werbung] St. Florian ist als Wallfahrtsort weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Der Heilige Florian soll an der Stelle des heutigen Stift St. Florian bestattet worden sein und auch der berühmte Komponist Anton Bruckner hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden.

Das im 8. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnte Kloster über dem Grab des Märtyrers Florian, erlitt bei den Einfällen der Awaren und Ungarn schwere Schäden. 1071 reformierte Bischof Altmann von Passau das Klosterleben und restaurierte Kirche und Klostergebäude. Als die romanische Kirche 1235 abbrannte, kam es zu einem gotischen Neubau, der bis 1291 dauerte.

Propst Leopold Zehetner (1612 – 1646) ließ die Stiftsbasilika im Inneren weitgehend umgestalten und einen Klostertrakt („Leopoldinischer Trakt“) neu erbauen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entschloss man sich zu einem umfassenden Neubau des gesamten Stiftes.

Auslösendes Moment war der Sieg über die Türken bei Wien (1683) und die darauffolgende Dankwallfahrt des Kaisers Leopold I. zum Grab des heiligen Florian, der als Patron gegen äußere Bedrohungen des Landes galt.

Propst David verpflichtete den Mailänder Carlo Antonio Carlone als Baumeister. 1686 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Stiftsbasilika, die zu den eindrucksvollsten Raumschöpfungen des österreichischen Barock zählt. Als erste Kirche nördlich der Alpen wurde die Stiftsbasilika über die gesamte Decke hin mit Fresken ausgestaltet.

Carlone konnte noch die Hälfte der 204 m langen Westfront mit den repräsentativen Prälaten- und Kaiserzimmern fertigstellen. Nach dem Tod des Baumeisters Carlone 1708, übernahm der Tiroler Jakob Prandtauer die Bauleitung. Er war maßgeblich für das Treppenhaus verantwortlich und so entstand eines der vollendetsten und bekanntesten Treppenhäuser der Barockzeit überhaupt.

Den Mittelteil des Südtrakts bildet der prachtvolle Marmorsaal, den Prandtauer ab 1718 erbaute. Die Sockelverkleidung ist aus echtem Marmor, sonst dominiert Stuckmarmor. Der Beiname „Kaisersaal“ verweist auf die ursprüngliche Bestimmung als Speisesaal für kaiserliche Besuche. Prandtauer schuf auch das Sommerrefektorium, das durch seine vorragende Anlage die Ostfront des Stifts dominierend belebt.

1751 fand das ehrgeizige Neubauprojekt nach 66-jähriger Bauzeit sein Ende. Das Stift St. Florian zählt zu den eindrucksvollsten Barockanlagen Österreichs. Es präsentiert sich als ein in sich geschlossenes, harmonisches Barockensemble, in dem zugleich jeder Baumeister seine ganz persönlichen Akzente setzte.

Für BesucherInnen besonders sehenswert sind die Stiftsbibliothek, der Marmorsaal aus der Barockzeit, die Stiftsbasilika sowie die bekannte Brucknerorgel, auf welcher Anton Bruckner sein Orgelspiel perfektionierte. Musikalisch ebenso weltweit bekannt sind die Florianer Sängerknaben.

Von Mai bis Oktober bietet das Stift St. Florian täglich um 11, 13 und 15 Uhr einstündige Stiftsführungen an.

Danke an das Stift St. Florian für die Spende an die OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe sowie die Unterstützung bei der Hoamatroas!

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