Buchtipp: Wege in die Vergangenheit – Wien und Niederösterreich

Wer zu Fuß unterwegs ist, ist mit dem Kopf aktiver, als mit den Beinen. So jedenfalls nicht bei halsbrecherischen Touren, sondern bei einfachen Wandertouren, die mit einer besonderen Geschichte Punkten könne. Der studierte Botaniker und ehemalige Redakteur des Kurier präsentiert in 40 Wandertouren die vielfältige Kulturgeschichte von Wien und Niederösterreich.

Wanderungen in frühere Zeiten

Wege in die Vergangenheit
Wien und Niederösterreich

Autor: Martin Burger
Auflage: 1. Auflage 2017
Seiten: 280
ISBN-13: 978-3-7022-3605-2
Gebundener Buchhandelspreis Österreich: € 24,95
Gebundener Buchhandelspreis Deutschland: € 24,95
Verlag: Tyrolia

Von malerischen Blumenwiesen und stillen Wäldern bis zu altehrwürdigen Stiften und stolzen Schlössern.
Dieser Wanderführer bietet 40 Entdeckungsreisen durch die Kulturgeschichte Wiens und Niederösterreichs. Auf Naturpfaden und Altstraßen, Römerwegen und Wurzelsteigen geht es in die Abgeschiedenheit des ehemaligen Nordwaldes und der sagenumwobenen Eisenwurzen, zu verborgenen, halbvergessenen Ruinen im Wienerwald und zu den Klöstern und Stiften im Wiener Umland. Erzählungen aus vorindustrieller Zeit, historische Reiseberichte und Hinweise auf wenig beachtete architektonische Juwelen vervollständigen diesen Wanderbegleiter.

Kurzübersicht:
> Wandernd die Geschichte und Kultur Wiens und Niederösterreich erleben
> 40 leichte bis mittelschwere Wanderungen
> Genaue Anfahrts- und Routenbeschreibungen
> Kartenskizzen zu jeder Tour
> Mit Informationen zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Blick ins Buch

Nach dem Inhaltsverzeichnis mit Schwierigkeitsangaben blau, rot und schwarz (nur eine Tour wird als schwarze, also schwierige Tour bezeichnet) folgt ein geschichtlicher Überblick von Niederösterreich ausgehend von der Altsteinzeit bis zum 21. Jahrhundert. Diese historische Zusammenfassung mit Zeittafel und Bildern, lässt den Leser und die Leserin den ersten Blick in die Vergangenheit werfen. Historische Ereignisse werden wieder in Erinnerung gerufen.

Im Anschluss dazu folgt die Aneinanderreihung aller 40 im Buch beschriebenen Wandertouren, welche sich durchgehend mit einer Fülle an natur- und kulturhistorischer Informationen schmücken. Am Beginn jeder Tour bietet ein Infokasten alle notwendigen Infos zur Begehung an: Ausgangspunkt, öffentliche Verkehrsmittel, Einkehrmöglichkeiten, Informationsstellen, Gehzeit, Höhenmeter im Aufstieg und ein Streckendiagramm zeigen die wichtigsten Wegpunkte. Was hier meiner Meinung jedoch fehlt sind die Angaben von Kilometern und ein Höhenprofil. Das horizontale Streckendiagramm mit Wegpunkten und Angabe der jeweiligen Seehöhen sind zwar recht nett, jedoch fehlen hier Kilometerangaben oder Zeitangaben zwischen den Wegpunkten. Somit ist für meine Begriffe das Streckendiagramm überflüssig und bietet keine zusätzlichen Informationen für die Begehung an.

Jede Tour ist mit einem Kartenausschnitt aus der Östererreichischen Karte im Maßstab 1:50.000 (manche Tour auch mit 1:200.000) versehen, in welcher die Tour und besondere Wegpunkte eingezeichnet sind. Die Karten sind nicht maßstabsgetreu und sind an die jeweilige Tour angepasst. Ein Nordpfeil und ein Kilometerbalken helfen bei der ungefähren Einschätzung der Wegstrecken und bei der Orientierung. Nur schematisch zu betrachten ist die Betrachtung bei 1:200.000, da hier die Genauigkeit leidet.

Die Beschreibung des Wegverlaufs ist flüssig zu lesen und stimmig. Immer wieder werden historische Informationen in die Wegbeschreibung verpackt. Genauere Hintergründe und Geschichten zu Burgen, Ereignissen, Sehenswürdigkeiten, Naturschätzen und Sagen werden extra in eingefärbten Flächen innerhalb der jeweiligen Touren behandelt. Stimmige Fotografien lassen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten die Vorstellungskraft ankurbeln.

Ein Personenverzeichnis historischer Persönlichkeiten sowie ein Ortsverzeichnis schließen den Kulturwanderführer ab.

Resümee

Das Buch ist kein klassischer Wanderführer. Abgesehen von den fehlenden Kilometer-Angaben – was für mich immer ein wichtiger Faktor in einem Wanderbuch vor allem im Hügelland ist – ist das Werk in erster Linie für kulturinteressierte Wandermenschen gedacht. Das Buch besticht mit einer Fülle an historischer Erzählungen und Geschichten und regt so die eigene Fantasie bei der Tour an. Auf einmal sieht man Ritter vorbeireiten und Mönche einen Garten anlegen. Und wer bei Schlechtwetter mal keine Lust auf eine Tour hat, schmökert sich einfach durch die Geschichten im Buch.

Ich vergebe 9 von 10 Burgruinen.


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