Hoamatroas-Interview bei Radio Oberösterreich

Am 16. Jänner 2019 war ich zu Gast bei Maria Theiner in der Sendung „Menschen aus Oberösterreich“ bei Radio Oberösterreich. Hier nachfolgend das transkribierte Interview über meine Hoamatroas.

Die Eingangsfrage fehlt als Tonaufnahme, auch kann ich die Frage nicht mehr wortwörtlich wiedergeben. Aber sie behandelte die Idee zur Wandertour.

Martin: Die Idee ist im Herbst 2017 entstanden. In einer schlaflosen Nacht, wo ich mir Gedanken gemacht habe, was ich 2018 machen möchte: irgendein Wanderprojekt hätte es werden sollen. Mein Heimatbundesland zu Fuß entdecken war immer schon ein Traum von mir, dieser ist dann Wirklichkeit geworden. Diesen Traum wollte ich auch mit einem guten Zweck verbinden, deswegen habe ich parallel und davor Spenden für die OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe gesammelt.

Radio Oberösterreich: Gestartet sind Sie zuhause in Kremsmünster. Wenn man nun zum Beispiel in Enns, in Braunau oder in Klaffer daheim wär, dann könnte man ja schön rund um Oberösterreich herumgehen, also den Landesgrenzen entlang. Das geht von Kremsmünster aus logischerweise nicht. Wie haben Sie sich die Route zusammengestellt?

Martin: Es waren einige Orte, die ich noch aus meiner Kindheit gekannt habe oder aber auch Sehenswürdigkeiten, die eine natürliche oder kulturhistorische Besonderheit aufweisen. Ich habe mir diese Punkte rausgesucht und diese dann verbunden.

Radio Oberösterreich: Der Weg ist klar, aber es ist das Wetter nicht immer wandertauglich in Oberösterreich und es ist auch nicht überall, wo man hinwandert, ein günstiges Quartier zu haben. Wie haben Sie sich vorbereitet?

Martin: Man muss flexibel sein, das war sozusagen die Vorbereitung für den Kopf und man muss nehmen was kommt. Ich habe am Campingplatz geschlafen, habe im Zelt genächtigt, hab privat bei Menschen geschlafen aber auch in einem teuren Hotel am Attersee. Es war „von-bis“ alles dabei. Diese Vielfalt wollte ich auch kennenlernen.

Radio Oberösterreich: Wie hat sich das Projekt finanziert und es sollte sich ja nicht nur finanzieren, sondern es sollte auch Geld übrig bleiben für die Kinder-Krebs-Hilfe. Wie ist das gegangen?

Martin: Das was ich an Kosten gehabt habe, habe ich selbst aufgebracht. Es waren einige Unternehmen und Institutionen dabei, die gesagt haben, sie würden auch mich unterstützen, haben aber gleichzeitig Spenden für die Kinder-Krebs-Hilfe abgegeben. Es war mir wichtig dies zu trennen! Es sind mehr als 5.000 Euro für die Kinder-Krebs-Hilfe zusammengekommen.

Erst nach einigen Monaten habe ich bemerkt, was ich hier eigentlich geschafft habe. Dass das nichts Alltägliches ist, etwas, das man nicht aus Jux und Tollerei macht. Wenn ich zurückdenke an die Begegnungen mit Menschen, bringt mir das immer ein Lächeln ins Gesicht.

Radio Oberösterreich: Es ist auch die Rede von Mentalitätsunterschieden innerhalb des Landes. Die ein bisschen sturen, aber sehr geradlinigen Innviertler, die ein bisschen luftigeren, leichteren Mühlviertler, sagt der Volksmund. Welche Erfahrungen haben Sie denn gemacht?

Martin: Also das was jetzt gefallen ist, kann ich mal bestätigen. Das Mühlviertel hat mich eigentlich sehr fasziniert, nicht nur von der Landschaft her und der Mystik, die dahintersteckt, sondern auch von den Begegnungen mit den Menschen. Und es stimmt, regionsweise gibt es Unterschiede, besondere Spezifika, Eigenheiten, aber das macht das Land auch so liebenswert.

Radio Oberösterreich: Überall ist was anderes sympathisch?

Martin: Man braucht als Fremder vielleicht ein paar Begegnungen, bis man sich darauf einstellt.

Radio Oberösterreich: Schauen wir uns den Menschen hinter dieser Hoamatroas an. Martin Moser, Sie haben in Wels an der FH Öko-Energietechnik studiert und dann auch tatsächlich in diesem Bereich gearbeitet. Dann hat es Sie gleich in Richtung Bücher verschlagen.

Martin: Der Öko-Energietechnik-Bereich interessiert mich noch immer sehr, aber das Sitzen im Büro war nicht meine Lieblingsaufgabe. Bin dann über Umwege in einer Buchhandlung, in welcher ich Wanderkarten bestellen wollte, auf eine Jobbeschreibung gekommen und auf einmal war ich Buchhändler. Das ist schon einige Jahre her und mittlerweile habe ich das Schreiben von Büchern und Gegenden erkunden zu einem Beruf gemacht.

Radio Oberösterreich: Auch mit einer Internet-Seite www.gehlebt.at. Man merkt schon, das Gehen hat es Ihnen angetan. Was finden Sie daran?

Martin: Das Gehen hat mir erst vor wenigen Jahren so richtig Spaß gemacht. Es war einer Krebserkrankung meiner Mutter geschuldet, an der sie auch verstorben ist. Blöd gesagt, aber „dank“ dieser Erkrankung habe ich den Fokus auf das Leben anders gesetzt. Das Gehen war für mich dabei sehr hilfreich, vor allem für den Kopf: Gedanken sortieren, aufräumen im wahrsten Sinn, wie einen Dachboden ausmisten.

Radio Oberösterreich: Sie sind auch Naturschutzreferent der Alpenverein-Sektion Weitwandern. Was wäre denn eine Woche ohne Natur für Sie?

Martin: Furchtbar (lacht). Nein, also es gibt solche Wochen auch. Ich bin selbstständig und bin natürlich oft an den Schreibtisch gefesselt, aber das hat immer ein Ablaufdatum. Ich kann es mir selber einteilen und genieße es immer sehr, in die Natur zurückzukehren, vor allem auch zu meinem Elternhaus, das ja mitten in der Natur steht.

Radio Oberösterreich: Ganz kurzes Fazit nach der Arbeit an diesem Buch Hoamatroas – Zu Fuß durch Oberösterreich: Wie sind wir denn, wir Oberösterreichinnen und Oberösterreicher, wie ist unser Bundesland?

Martin: Vielfältig, liebenswürdig und überraschend.

Schreibe einen Kommentar