11-Gipfel-Tour 2015: hoch – weit – gipfelig

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„Grias di, die Höftn is gschofft, drobn bist!“ Auch am elften und letzten Gipfel ist man zu Scherzen aufgelegt. Wobei, es stimmt, der höchste Punkt der 11-Gipfel-Tour 2015 ist erreicht – jetzt geht’s „nur“ mehr runter. Schade eigentlich, denn die letzten Stunden waren traumhaft, ich blicke zurück…

Ankunft am Bahnhof Olang, kurz nach 20 Uhr. Sind schon ein paar Stunden bis zum Start...
Ankunft am Bahnhof Olang, kurz nach 20 Uhr. Sind noch ein paar Stunden bis zum Start…

Der 29. August 2015 ist DER Tag der 11-Gipfel-Tour im Antholzertal und Gsiesertal. Bereits zum dritten Mal findet die 11-Gipfel-Tour statt, Traumwetter ist prognostiziert, die Vorfreude ist groß. Es gilt ca. 29 Kilometer und 2.800 Höhenmeter zu überwinden, Startzeit ist 3:30 Uhr. Was mich an der Ausschreibung besonders freut, ist die Hervorhebung, dass diese Veranstaltung kein Wettbewerb ist. Spaß, Freude und das Erlebnis stehen im Vordergrund – und das ist auch gut so! Außerdem trifft es als „going Green Event“ genau in mein Öko-Herz. 🙂

11-Gipfel-Tour vom Mudlerhof zum Stallersattel
http://11-gipfel-tour.jimdo.com/deutsch/11-gipfel-tour/
http://11-gipfel-tour.jimdo.com/deutsch/strecke/

Ich reise aus dem fernen Wiener Neustadt in Niederösterreich an, über Lienz lande ich zur fernsehbegünstigten Primetime am Bahnhof in Olang. Der Startort Oberrasen ist noch drei Kilometer entfernt, der Start geht erst in sieben Stunden über die Bühne. Mir kommt in den Sinn, dass wenigstens ein paar Stunden Schlaf für meine allgemeine Verfassung gut sein können. Ich suche mir etwas außerhalb von Olang, schon am Weg nach Oberrasen, einen schönen Platz in der Natur und rolle meinen Schlafsack aus. Der Mond strahlt mir entgegen und erzählt eine Gute-Nacht-Geschichte, ich schlafe bald ein. Irgendwann in der Nacht wache ich mit dem Gefühl auf, dass etwas auf meine Wange tropft. Meine Finger gleiten über die Wange und erwischen eine Nacktschnecke, welche auf meinem Gesicht ihre Spuren zieht. Einen besseren Wecker kann es kaum geben: es ist 2 Uhr früh.

Samstag, 3 Uhr früh, es staut sich im Kulturhaus Oberrasen.
Samstag, 3 Uhr früh, es staut sich im Kulturhaus Oberrasen.

Pünktlich zu den Kirchenglockenschlägen um 3 Uhr früh erreiche ich das Kulturhaus in Oberrasen, in welchem sich schon unzählige motivierte und ausgeschlafene Wandersmenschen aufhalten. Die Registrierung steht an, der Stempelpass wird mir überreicht und eine Nummer zugewiesen. Diese Nummer ist insofern wichtig, da sie für die Registrierung bei den Kontrollpunkten auf den Gipfeln notwendig ist. Auf jedem Kontrollpunkt befinden sich meist zwei bis vier ehrenamtliche HelferInnen von Vereinen der Region, die sich meist auch etwas Spezielles für uns einfallen haben lassen. Ob auf einer Ziehharmonika gespielt wird, die Posaune in die Bergwelt dröhnt, eine Unterschriftentafel zur Verewigung einlädt oder ein Schnaps am Gipfel wartet – das Ankommen am Gipfel wird so auch zur kleinen Überraschung.
Damit man nicht unnötige Dinge mit auf Tour nimmt, kann man Wechselkleidung am Start abgeben, die entsprechenden Säcke werden nummeriert. Gut so, denn meinen Schlafsack hätte ich kaum gerne mitgenommen.

Stirnlampen und deren BesitzerInnen machen sich auf den Weg raus aus Oberrasen.
Stirnlampen und deren BesitzerInnen machen sich auf den Weg raus aus Oberrasen.

Nach einer kurzen Ansprache von Organisator Günther am Vorplatz des Kulturhauses, bilingual auf Deutsch und Italienisch, fällt der Startapplaus und die Masse setzt sich in Bewegung. Hinaus in die Natur, hinein ins Vergnügen.

Ich glaub ich spinn', als mir dieses Fotomotiv in die Hände fällt.
Ich glaub ich spinn‘, als mir dieses Fotomotiv vor die Linse fällt.
Stirnlampen strahlen mit dem Mond um die Wette.
Stirnlampen strahlen mit dem Mond um die Wette.

Anfänglich wechseln sich Asphalt- und Schotterstraßen ab, der Vollmond erhellt Himmel und Boden, die Stirnlampe lasse ich vorerst noch unbeleuchtet auf meinem Kopf. Ich komme mit den ersten Menschen ins Gespräch, die meisten sind aus der Region angereist. Wie mir Günther nach der Tour erzählt, kam eine Teilnehmerin sogar extra aus London zur 11-Gipfel-Tour, auch aus Belgien, Deutschland und allen Teilen Österreichs reisten TeilnehmerInnen an.

Am Weg zum Rudlhorn sagt der Tag schon leise Servus...
Am Weg zum Rudlhorn sagt der Tag schon leise Servus…
...während sich der Mond hinter den Pfunderer Bergen verabschiedet und uns in den Tag entlässt.
…während sich der Mond hinter den Pfunderer Bergen verabschiedet und uns in den Tag entlässt.

Zwischenzeitlich muss ich die Stirnlampe aktivieren, auf schmalen Wegen im dichten Wald stößt die nächtliche Sehkraft an die Grenzen. Das Feld hat sich mittlerweile etwas auseinander gezogen. Am Weg zur Taistner Alm sind die Umrisse des Rudlhorns erkennbar. Schritt für Schritt nähern sich die Lichter dem ersten Gipfel des Tages, einer Tatsache, zu welcher mir und den Menschen in meiner nahen Umgebung noch über 400 Höhenmeter fehlen. Ein treuer Begleiter lässt uns ohne ihn weiterziehen, der Mond verschwindet hinter den Pfunderer Bergen und macht Platz für die Sonne.

Der erste von elf Gipfeln: Rudlhorn, 2.448m.
Der erste von elf Gipfeln: Rudlhorn, 2.448m.

Am Weg zum Rudlhorn rutsche ich auf einem Stein aus, mein Körper rutscht in den Hang. In Sekundenschnelle bin ich wieder am Weg, ein paar Schrammen am Schienbein sind mein erstes Mitbringsel aus Südtirol in die Heimat. Unkonzentriertheit kann man sich hier also nicht erlauben.

Gedränge um Stempel, Kaffee und Kekse am Rudlhorn.
Gedränge um Stempel, Kaffee und Kekse am Rudlhorn.

Kaffeeduft steigt mir in die Nase. Die HelferInnen haben sich also tatsächlich die Mühe gemacht, heißen Kaffee auf das Rudlhorn zu schleppen. Respekt! Damit ist der Tag für viele Menschen wohl schon gerettet. Apropos Menschen: Besonders fällt auf, dass sehr viele Frauen an der Tour teilnehmen. Dies freut besonders auch Günther, die Frauenquote der 11-Gipfel-Tour liegt bei 50%. Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen dieser Art, muss ich auch aus eigener Erfahrung sagen, kann er mit dieser Quote sehr zufrieden und stolz sein.
Am ersten Gipfel begrüße ich auch Günthers bessere Hälfte Ingrid, die sich einer Vielzahl von Willkommens- und Morgensgrüßen entgegen sieht. Was die Startzeit betrifft, haben Ingrid und Günther die perfekte Uhrzeit ausgewählt. Kaum am Rudlhorn angekommen, verkommt die Stirnlampe zum überflüssigen Ballast, die Zeit ist reif für den Sonnenaufgang. Bevor aber die ersten Sonnenstrahlen auf das Rudlhorn treffen, setze ich meinen Weg fort. Das dichte Gedränge am Rudlhorn ist etwas zuviel für meinen müden Körper, bin halt doch kein Morgenmensch. 😉

Da erblickt schon jemand die Sonne und lässt sich nicht lumpen, diese abzulichten.
Da erblickt schon jemand die Sonne und lässt sich nicht lumpen, diese abzulichten.
Der Moment, auf welchen viele gewartet haben.
Der Moment, auf welchen viele gewartet haben.

Ich befinde mich schon auf halbem Weg zum Eisatz, dem zweiten Gipfel, als das Rudlhorn in Flammen steht und für Gegröhle und Applaus sorgt. Absolut gerechtfertigt, der Anblick ist fabelhaft. Wieder einmal erkenne ich, welch unglaubliches Glück ich als einzelner Mensch habe, dass ich so etwas erleben kann und darf, ja, überhaupt die Möglichkeit dazu besitze. Dankbarkeit und Freude begleiten mich in den Sonnenaufgang.

Man findet schon sein Plätzchen am Rudlhorn, keine Sorge.
Man findet schon sein Plätzchen am Rudlhorn, keine Sorge.
Am Weg zum Eisatz, den zweiten Gipfel, strahlt mir die Sonne erstmals entgegen.
Am Weg zum Eisatz, den zweiten Gipfel, strahlt mir die Sonne erstmals entgegen.
Ein braver und treuer Begleiter auf der 11-Gipfel-Tour ist Timo.
Ein braver und treuer Begleiter auf der 11-Gipfel-Tour ist Timo.

Ein flauschiges Etwas schummelt sich auch immer wieder mal vor meine Füße. Das flauschige Fell gehört Timo, einem vierjährigen Border Collie-Sheltie-Mischling, der gemeinsam mit Herrl Roland die 11-Gipfel-Tour bewältigt. Ein Gassi-Ausflug ganz nach deren Geschmack.

Über meiner Heimat, irgendwo hinter den vielen, vielen Berggipfeln geht die Sonne auf.
Über meiner Heimat, irgendwo hinter den vielen, vielen Berggipfeln geht die Sonne auf.
Das Feld der 11-Gipfel-Tour zieht sich nach dem zweiten Gipfel am Eisatz etwas auseinander.
Das Feld der 11-Gipfel-Tour zieht sich nach dem zweiten Gipfel am Eisatz etwas auseinander.
Ein ferner Blick auf die weitere Strecke, Million steht am Programm.
Ein ferner Blick auf die weitere Strecke, Million steht am Programm.

Es gibt eine Million Gründe, hier unterwegs zu sein und zum nächsten Gipfel zu wandern. Und einer davon nennt sich Million. Stets nahe einem Holzzaun gehend bewegen wir uns nordwärts, immer wieder von den Blicken beeindruckt, die die Morgensonne in die Landschaft der Villgratner Berge zaubert.

Himmelsblau ist eine der dominierenden Farben auf der 11-Gipfel-Tour 2015.
Himmelsblau ist eine der dominierenden Farben auf der 11-Gipfel-Tour 2015.
Es bleibt auch ein wenig Zeit, die hiesige Flora zu betrachten.
Es bleibt auch ein wenig Zeit, die hiesige Flora zu betrachten.
Blick retour zu den ersten drei Gipfeln der 11-Gipfel-Tour.
Blick retour zu den ersten drei Gipfeln der 11-Gipfel-Tour.

Die ersten unmarkierten Wege erwarten uns vor dem Frisiberg, dem vierten Gipfel des heutigen Tages. Jedoch haben hier die OrganisatorInnen selbst Hand angelegt und mit oranger Farbe eine „vorgeschlagene“ Route markiert. Denn warum auch immer, wahrscheinlich abgelenkt von den vielen Ausblicken, verpasse ich wohl eine orange Markierung oder einen Abzweiger und sehe mich kurz darauf mit dem felsigen Gipfelgrat zum Frisiberg konfrontiert. Ein bisserl Felskraxelei bringt Abwechslung rein, macht auch Spaß, während mir ein Posaunenspieler unwiderhörlich den Weg zum Gipfel weist. Am Gipfel erblicke ich den regulären Weg etwas unterhalb des felsigen Grates.

Er macht den Frisiberg auf sich aufmerksam.
Er macht den Frisiberg auf sich aufmerksam.

Am Gipfel entwickelt sich ein kleines Ritual. Grüßen, Nummer sagen, Stempelpass stempeln lassen, Rucksack ablegen, in die Ferne blicken, mit den HelferInnen und MitwanderInnen quatschen. Wie einfach alles sein kann, wenn man die Einfachheit denn zulässt – und wie schön die Einfachheit sein kann.

Wie gemalt!
Wie gemalt!

Am nächsten Gipfel, der Amperspitze, ist im Grunde der erste zeitliche Kontrollpunkt zu absolvieren. Wer bis 11:30 Uhr nicht am Gipfel steht, tut gut daran, die Tour abzukürzen. Als ich mit anderen auf den Gipfel steige, und wir von einem Mitglied der Südtiroler Bergrettung mit einem Ständchen auf der kleinen Ziehharmonika begrüßt werden, ist es gerade mal 9 Uhr.
Welche Kraft die Sonne heute noch auf uns ausüben wird, ist mittlerweile schon gut vorstellbar. Ein besseres Wetter ist kaum vorstellbar! Hätte Schlechtwetter diesen heutigen Tag heimgesucht und eine Begehung zu gefährlich gemacht, hätte es einen Ersatztermin eine Woche später gegeben.

Mit uns geht's bergab, zur Versorgungsstation am Ampertörl.
Mit uns geht’s bergab, zur Versorgungsstation am Ampertörl.
Kräfte sammeln, Flüssigkeitshaushalt stabilisieren, Geburtstagsständchen singen am Ampertörl.
Kräfte sammeln, Flüssigkeitshaushalt stabilisieren, Geburtstagsständchen singen am Ampertörl.

Am Ampertörl befindet sich die einzig richtige Versorgungsstation der ganzen 11-Gipfel-Tour. Doch selbst hier können das Wasser, das Obst und die belegten und gefüllten Brötchen nur mit einem Traktor auf einem halbwegs befahrbaren Weg heraufchauffiert werden. Wasser ist vor allem wichtig, da es keine Wasserquellen an der gesamten Strecke gibt. Nur am Abstieg zum Antholzer See treffen wir auf Gebirgsbäche. Das mangelnde Wasser ist nicht die Folge einer unglaublich trockenen Landschaft à la Gobi, sondern wir befinden uns eigentlich so gut wie immer auf einem Gebirgskamm. Das heißt auch, dass man diesen Kamm als Wasserscheide betrachten kann und erst etwas unterhalb in den abfallenden Hängen des Kammes, Quellen und Gebirgsbäche zu Tage treten. Daher eine der obersten Prämissen: Genug Wasser mitnehmen, vor allem an Tagen wie diesen.
Am Ampertörl begrüßt uns außerdem Günther und hier lernt er auch mich persönlich kennen, als das Stichwort „Niederösterreich“ fällt. Wenn es nach seinen Aussagen geht, dann ist das Antholzer Tal die sonnenreichste Region der Welt. 😉
Und merke: Wenn man erfährt, dass heute jemand Geburtstag hat, dann darf man sich nicht wundern, wenn ad hoc ein Geburtstagsständchen angestimmt wird.

Unterwegs auf wenig begangenen Pfaden.
Unterwegs auf wenig begangenen Pfaden.

Wie es Christian am Ampertörl gesagt hat, bewegen wir uns danach in einem Gelände, welches kaum begangen wird, auch nicht von Einheimischen. Teils weglos oder auf kaum ausgetretenen Pfaden, führt die weitere Wegstrecke zum Karl, dem sechsten Gipfel, und zum 2.609m hohen Ochsenfelder, einem wunderbaren Aussichtsberg, auf welchen im Winter wohl mehr Menschen herauf kommen, als im Sommer. Aber nicht heute.

Der siebte Gipfel, Ochsenfelder, ist schnell erreicht.
Der siebte Gipfel, Ochsenfelder, ist schnell erreicht.
Weniger ein Gipfel, als ein schöner Aussichtspunkt, ist der Napfl mit 2.428m.
Weniger ein Gipfel, als ein schöner Aussichtspunkt, ist der Napfl mit 2.428m.

Nummer acht und Nummer neun auf der heutigen Gipfelliste werden von Napfl (2.428m) und Knebelstein (2.494m) eingenommen. Während am ersten der beiden Gipfel nicht mit Schnaps gegeizt wird, darf man sich am zweiten Gipfel ablichten lassen. Am Weg hinab zur Grüblscharte erhält man noch einen Energieriegel, welcher für den langgezogenen Aufstieg zur Höllensteinspitze die notwendigen „Körner“ bereitstellt.

Mit Augenbinde lasse ich mich am Knobelstein ablichten.
Mit schattiger Augenbinde lasse ich mich am Knebelstein ablichten.
"Ui, des wird si zahn..." Meine Gedanken am Weg zur Höllensteinspitze sollten Recht behalten.
„Ui, des wird si zahn…“
Meine Gedanken am Weg zur Höllensteinspitze sollen Recht behalten.
Mein Weitwanderherz schlägt hoch, als ich an der Grüblscharte die Via Alpina kreuze.
Mein Weitwanderherz schlägt hoch, als ich an der Grüblscharte die Via Alpina kreuze.
Idylle pur an den Ochsenfelder Seen.
Idylle pur an den Ochsenfelder Seen.
Es schnapslt, hier auf der Höllensteinspitze.
Es schnapslt, auch hier auf der Höllensteinspitze.

An der Höllensteinspitze können die bewältigten Gipfel nun mit allen beiden Händen aufgezählt werden, doch einer folgt noch. Die Rotwand (auf Wanderkarten auch als Rote Wand bezeichnet) wartet mit seinen 2.818m auf unseren Besuch und stellt auch den geografischen Höhepunkt der 11-Gipfel-Tour dar. Irgendwie freue ich mich schon auf den letzten Gipfel, aber irgendwie schwingt auch ein bisschen Wehmut mit. Denn das Erreichen des letzten Gipfels bedeutet auch, dass es vom Berg wieder ins Tal geht und der Tag sich dem Ende neigt.

Ein letztes Mal geht es abermals bergab, um wieder bergauf zu steigen.
Ein letztes Mal geht es bergab, um wieder bergauf zu steigen.

Während sich all diese Gedanken im Kopf herumwälzen, steige ich unaufhörlich bergauf. Hallo Gipfel der Rotwand, hallo elfter Gipfel, hallo Holunderblütenlikör!

Die Freude auf der Rotwand lässt sich nicht unterdrücken - 11 Gipfel geschafft.
Die Freude auf der Rotwand lässt sich nicht unterdrücken, warum denn auch – 11 Gipfel geschafft.
Mit einem Blick retour startet der Abstieg zum Antholzer See.
Mit einem Blick retour startet der Abstieg zum Antholzer See.

Der Abschnitt hinab zum Antholzer See ist vor allem für mein rechts Knie etwas fordernd. So einen Schmerz kenne ich eigentlich nicht, einen Abstiegsschmerz. Selbst bei der 80 Kilometer-Tour im Mai hatte ich keine Probleme mit den Knien. Schutt und Geröll dominieren die ersten Abstiegsmeter, je tiefer man steigt, desto angenehmer wird der Abstiegsweg. Und als ich dann die erste erfrischende Wasserstelle erreiche, ist jeder Schmerz vergessen. Ehrlich, die Knieschmerzen sind wie weggewaschen.

Ein bisschen Erfrischung tut gut, hier an einem Zufluss des Montalbaches.
Ein bisschen Erfrischung tut gut, hier an einem Zufluss des Montalbaches.
Mit Blick auf Hoch- und Wildgall steigen wir stetig bergab.
Mit Blick auf Hoch- und Wildgall steigen wir stetig bergab.
Mit Quetschn-Musik werden die 11-Gipfel-Tour-Menschen an der Steinzgeralm begrüßt.
Mit Quetschn-Musik werden die 11-Gipfel-Tour-Menschen an der Steinzgeralm alias Montal Alm begrüßt.

Dass auf der Montal Alm, oder auch Steinzgeralm, Betrieb und gute Stimmung herrscht, ist schon von weitem hörbar. Auch ich werfe meinen Rucksack auf den Boden, schnappe mir einen erfrischenden Radler und geselle mich zu Roland, Timo & Co. Bevor wir aber auf der Alm versumpern, nutzen wir die von Ingrid und Günther markierte Abkürzung hinab zum Antholzer See und erreichen gemeinsam das „Meer“, wie der See von manchen liebevoll genannt wird.

Man kann nicht anders, man bleibt an der Steinzgeralm einfach hängen.
Man kann nicht anders, man bleibt an der Steinzgeralm einfach hängen.

Schon einiges los hier am Seerestaurant. Normale Bade- und Ausflugsgäste auf der einen Seite, die 11-Gipfel-Tour-Menschen auf der anderen Seite, und teilweise mischen sich die Seiten.
Das war sie also, die 11-Gipfel-Tour. Doch ich wage nicht zu behaupten, dass die Tour mit dem Erreichen des Ziels absolviert ist. Denn zur Tour gehört nicht nur das Wandern in der Bergwelt, sondern auch das gemütliche Beisammensein bei Speis und Trank. In Reih und Glied stehen die nummerierten Kleidungssäcke für uns bereit, zusätzlich erhalten wir noch ein Südtirol-Überraschungspaket mit 11-Gipfel-Tour T-Shirt und einer Dose „All i need“ – damit treffen sie genau meinen Geschmack. 🙂
Gegen Vorlage des Stempelpasses darf man sich über eine große Portion Nudeln mit Zusatz stürzen, damit der Kalorienhaushalt für den heutigen Tag nicht komplett über den Haufen geworfen wird. Vor, während und nach dem Essen erfolgt die Verleihung der Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme an der Wanderung, je nachdem, wer es denn schon hierher geschafft hat. So darf auch ich mich über ein Diplom freuen, so wie viele andere Menschen auch.
225 Menschen haben die Tour in Angriff genommen. Auf die Frage hin, wieviele denn maximal möglich sind, meinte Günther: „200“, und ergänzte: „Wir wollten 200 machen, und es sind so rapide, schnell, brutal die Einschreibungen g’stiegen, dass in der Nacht vom zweiten auf den dritten Tag, die Einschreibungen die Maximalzahl überschritten haben und wir wollten niemanden raushaun.“
Damit haben sie vielen Menschen auch gut getan, denn welche Stimmen ich auch vernommen habe, alle waren begeistert von der 11-Gipfel-Tour. Einige waren schon in den Vorjahren dabei, andere, so wie ich, zum ersten Mal. Ich lehne mich zwar vielleicht etwas aus dem Fenster, zwölf Monate sind ja bekanntlich noch eine lange Zeit, aber mit einem Wiedersehen können Ingrid und Günther wohl rechnen. Nach dieser tollen Veranstaltung hat wohl jeder und jede schon mit einem Auge aufs nächste Jahr geschielt, wenn die 11-Gipfel-Tour in ihre vierte Auflage startet.

Danke an Günther und Ingrid für die tolle Organisation und die liebevolle Betreuung! (Ich bin der mit dem roten Kopf...)
Danke an Günther und Ingrid für die tolle Organisation und die liebevolle Betreuung!
(Ja, ich hätt‘ mich öfter einschmieren sollen…)

Ich bedanke mich recht herzlich bei Ingrid und Günther, welche mich zu der 11-Gipfel-Tour eingeladen haben. Weiters bedanke ich mich bei den über 60 ehrenamtlichen HelferInnen, ohne die die Veranstaltung nicht umzusetzen wäre und die auf den Gipfeln und im Tal für beste Versorgung aufkamen. Danke auch an die vielen Menschen, die an dieser Tour teilgenommen haben und mit denen ich ins Plaudern gekommen bin. Außerdem bedanke ich mich bei Roland, welcher mich nach der Tour zum Bahnhof Bruneck mitnahm und meine Heimreise so etwas beschleunigte. Und zum Schluss möchte ich auch dem Wettergott danken, welcher für ein grandioses Bergwetter sorgte. Denn da möge auch der abgedroschene Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung“ nicht gelten.

6 Gedanken zu „11-Gipfel-Tour 2015: hoch – weit – gipfelig

  1. Hallo Martin,
    diese 11 Gipfeltour war wirklich traumhaft, bei so einem Wetter in dieser fantastischen Bergkulisse zu Wandern war mein Highlight in diesem Sommer
    Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, die mich bei meinen Weg über die 11Gipfel begleitet haben
    Ein ganz großes Lob dem Organisationsteam mit seinen vielen freiwilligen Helfern, die uns auf jedem Gipfel wunderbar bewirtet haben.

    Danke für deinen tollen Bericht.
    Ich würde mich sehr freuen, dich im nächsten Jahr bei der 11-Gipfeltour wieder zu sehen!

    Liebe Grüße
    Roland & Timo

  2. Lieber Martin,
    es war uns nicht nur eine Freude, dich einzuladen und kennenzulernen sondern auch deinen Bericht zu lesen. Vielen Dank. Schön, dass du dich bei uns wohlgefühlt hast und wir auch dir einen tollen Tag „organisieren“ konnten. Wir haben den tollen und kurzweiligen Bericht mit Spass gelesen.
    Vielleicht sehen wir uns ja wirklich wieder – wir würden uns freuen!

    Liebe Grüsse aus Antholz

    Günther & Ingrid
    http://www.gipfeltour.info

    1. Die Knieschmerzen waren wohl nur eine Kopfsache, denn als der Kopf wieder voll da war, hatten die Schmerzen auch nichts mehr zu suchen in meinem Körper. 🙂
      LG, Martin

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