Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft. Alles ist gleich, aber anders.

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Weihnachten. Das Mekka des Einzelhandels.
Weihnachten. Die Wiederbelebung von Wham!.
Weihnachten. Die Zeit der Völlerei.
Weihnachten. Die Heimat ruft.

advent-2015-300x169-300x169Dieser Beitrag ist das zehnte Kalendertürchen des Outdoorblogger Adventskalender 2015  #OutdoorAdvent2015.

Sven von aufundab.de zeichnet sich dafür verantwortlich, 24 Outdoor-Blogger haben sich zusammengefunden und plaudern bis zum 24. aus dem Nähkästchen oder zeigen dir besondere Touren. Gestern entführte uns Jörg von Outdoorsüchtig auf den Christkindlmarkt nach Limburg, morgen meldet sich Mario von Schöne Bergtouren. Viel Spaß mit dem Adventkalender, die Übersicht über alle Berichte findet ihr auf aufundab.eu.

An diesem 10. Adventtag – nicht vergessen das Türchen zu öffnen – gewähre ich euch einen tieferen Einblick in meine geruhsame Weihnachtszeit in meiner Heimat. Ihr durftet diese Heimat schon vor einigen Wochen kennenlernen.
Seit ich denken kann, hat sich am Ablauf der Weihnachtsfeiertage kaum etwas verändert. Vor allem das Prozedere am 24. ist von einer beeindruckenden zyklischen Wiederholung eingenommen, die Bill Murray wohl erstaunen würde und kaum etwas durchzubrechen vermag. Warum auch. Das ist mein Weihnachten.

Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruftDer Vormittag ist individuell gestaltbar. Diese schöpferische Freiheit lässt eine stressfreie Anreise zu oder darf bei einer früheren Anreise für einen Murmeltierschlaf genutzt werden.
Zu Mittag gibt’s Schonkost.
Am Nachmittag beginnt dann langsam aber doch das weihnachtliche Spektakel. Damals in jungen Jahren, als ich noch nicht wirklich Herr über meine Toilettenaktivitäten war, wurde ich am Nachmittag immer zur Oma ins Nachbarhaus verfrachtet. Während meine älteren Geschwister den Weihnachtsbaum schmückten, ließen mich alle Anwesenden in dem seichten Glauben, das scheue Christkind wäre gekommen und hätte den Baum für uns geschmückt. Und natürlich wäre es nicht erschienen, wenn ich im Elternhaus gewesen wäre. Eh klar. Im Laufe der Zeit kam ich jedoch hinter den dreisten Schwindel und bin nun selbst ein Teil des Baumbeschmückungsteams.
Die Dämmerung ist schon längst hereingebrochen, machen wir uns auf den Weg zu Oma, Onkel, Tante und deren Kinder im Nachbarhaus. Ebenfalls im Laufe der Zeit musste ich nicht mehr den Großen beim Schnapsverzehr zusehen, sondern wurde selbst Teil der Eierlikör- und Nussschnapsgesellschaft. Den richtigen Zeitpunkt zwischen aufkommendem Hunger und leichter Beschwipstheit haben wir immer noch erwischt, mit Oma im Schlepptau übersetzen wir in der Dunkelheit zum Heimathaus und beginnen mit der Vorbereitung der Jause aka Brotzeit für die kommende Völlerei.
Im Anschluss singen wir mit kugelrundem Bauch einige Weihnachtslieder falsch, mehrere Jahre war ich mit Keyboard an der musikalischen Darbietung beteiligt. Ach ja, noch vorher wurden die Kerzen am Christbaum angezündet und das Licht gedimmt. Es folgte Omas Auftritt und sie verlas das Weihnachtsevangelium. Und endlich, dann passierte der für mich wichtigste Teil des Abends, jedenfalls als ich noch ein Bub war: Geschenke. Parallel zu Bier-, Wein- und Keksverzehr wurde aus Freude gelacht, aus Rührung geweint, aus Jux und Tollerei gespielt. Oftmals schafften wir es dann zu später Stunde in die Christmette in der Ortskirche und kämpften gegen niederfallende Augenlider. Die Nacht war gelaufen, der Weihnachtstag war geschlagen.

Weiße Weihnachten zählen zur Ausnahme.
Weiße Weihnachten zählen zur Ausnahme.

Das wird heuer wieder genauso ablaufen, nur anders. Dir sind vielleicht die zeitlichen Textänderungen aufgefallen: von der Gegenwart zur Vergangenheit.
Es wird ein Weihnachten, bei welchem wir uns durch die Schnäpse der Nachbar-Verwandtschaft kosten.
Es wird ein Weihnachten, bei welchem wir Weihnachtslieder falsch singen.
Es wird ein Weihnachten, bei welchem wir uns keine materiellen Geschenke austauschen.
Es wird mein sechstes Weihnachten, bei welchem meine Mama nicht ihr strahlendes Lächeln in der warmen Stube verbreitet, die überfüllten Kinder nicht mit selbstgebackenen Keksen versorgt und Papa nicht umarmt.
Es wird mein zweites Weihnachten, bei welchem wir Oma nicht vom Nebenhaus abholen und sie nicht für uns das Weihnachtsevangelium verlesen wird.
Es wird mein 28. Weihnachten, bei welchem wir alle, die noch auf der Erde umherwandeln, wieder zusammenkommen, gemeinsam lachen, gemeinsam essen, gemeinsame Zeit verbringen und unser gemeinsames Weihnachten feiern. Und auch mal raus aus der warmen Stube kommen, damit die Kalorien keine Chance auf Festsetzung haben – siehe Fotos.
Das ist mein Weihnachten.

Ich wünsche euch allen noch eine schöne Adventzeit und eine wunderbare Weihnachtszeit. Genießt die Zeit, es gibt sie nur einmal im Jahr.

Folgt doch dem #OutdoorAdvent2015 morgen auf Schöne Bergtouren, auf facebook, twitter und in den Blogs! Wir freuen uns! 🙂

SCHNEE auf 366 Höhenmeter!
SCHNEE auf 366 Höhenmeter!

Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft

Unterwegs im Wald.
Unterwegs im Wald.
Eislaufen verboten. Auch nicht ratsam.
Eislaufen verboten. Auch nicht ratsam.

Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft

Stopft sich auch den Bauch voll.
Stopft sich auch den Bauch voll.
Die Tiere von nebenan.
Die Tiere von nebenan.
Für die Bergmenschen: Das Tote Gebirge vom oberösterreichischen Voralpenvorland (quasi) aus gesehen.
Für die Bergmenschen: Das Tote Gebirge vom oberösterreichischen Voralpenvorland (quasi) aus gesehen.

Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft

Weiße Weihnachten zählen zur Ausnahme.
Weiße Weihnachten zählen zur Ausnahme.

13 Kommentare zu “Wenn zur Weihnachtszeit die Heimat ruft. Alles ist gleich, aber anders.

  1. Hallo Martin,
    danke für das Teilhaben an deine Weihnachtsabende. Wunderbar geschrieben!!
    Fröhlich und traurig zugleich. Fröhlich zu lesen, wie dieser Tag bei euch jedes Jahr strukturgenau abläuft und verläuft. Traurig zu lesen, wenn liebste Menschen nicht mehr dabei sind.
    Ich wünsche dir auch wunderbare fröhliche besinnliche Weihnachtsfeiertage. 🙂
    Liebe Grüße
    Conny

    • Hallo Conny! 🙂
      Danke für deine Wünsche! So ist das Leben. Vieles ist immer gleich, aber doch ist meist etwas anders. Und ich freue mich wieder auf das gesellige Beisammensein und die Gemütlichkeit, abseits des berüchtigten Weihnachtsstresses.
      Dir auch noch frohe Weihnachtsfeiertage.
      Martin

  2. Für mich wird es mein erstes Weihnachten, an dem Oma nicht am Klavier sitzt und sie und ich alle nötigen, jetzt gefälligst besinnlich Weihnachtslieder zu singen.
    Mein erstes Weihnachten, bei dem Oma und ich nicht darauf bestehen, dass sich zum Heiligen Abend alle schick machen – und Oma mal wieder erzählt „Früher sind wir IMMER lang gegangen an Heilig Abend. Das war normal!“

    Und genau deshalb muss ich sagen, dass ich keine Lust habe, Weihnachten wie immer zu feiern. Am liebsten würde ich es ganz anders machen und wegfahren, aber da ich meine Mutter an diesem ersten Weihnachten jetzt nicht mit Gatten und SchwieMu alleine lassen wollte, bin ich doch wieder zu hause. Allerdings sprang eine gute Freundin ein und lud uns zum Essen ein -so dass wir den Heilig Abend immerhin nicht so verbringen wie immer, nur ohne Oma.

    Ja, solche Feiertage sind da besonders schwierig, weil es eben Traditionen gibt und in dieser Tradition Lücken entstehen.

    • Hey Ilona! Ich hatte in den letzten Jahren auch immer mal den Gedanken, Weihnachten nicht wie immer zu feiern bzw. wegzufahren. Vor allem nachdem meine Mutter gestorben war. Aber was soll’s, es ist schon Veränderung genug, dass ein großer Teil fehlt und auch wenn es eine Tradition ist, diese ändert sich auch in sich. Und ob da nun Lücken entstehen oder nicht, das ist das Leben. Dabei bin ich überhaupt kein Verfechter von Traditionen. 🙂 So feiern wir Weihnachten einfach so, wie wir es schon seit jeher machen und uns immer wohl dabei gefühlt haben. Und sollte es nächstes Jahr dann auf einmal ganz anders aussehen, ist es auch toll. Es muss sich einfach gut anfühlen.
      Schöne Adventzeit wünsche ich dir noch und zu deiner Blogparade überlege ich mir was. 😉
      Martin

      • Ja, siehst du, ich dagegen mag Traditionen eigentlich gerne. Aber im Moment hab ich das Gefühl, dass ich davon mal eine Pause brauche, um sie wieder wertschätzen zu können. Deshalb bin ich froh, dass ich nicht zu hause bin und das stumme Klavier anschauen muss.

        Dir wünsche ich auch noch eine herrliche Adventszeit – und ich freu mich auf deinen Beitrag 🙂

  3. Hallo Martin,

    sehr kurzweiliger Artikel… 🙂
    Bei uns gibt es ja dann Morgen das elfte Adventskalendertürchen zu öffnen. Bei uns wird es aber nicht so familiär, dafür aber winterlich und kalt werden.

    Gruß Mario

  4. Hallo Martin,
    sehr schön Dein Artikel im Adventskalender. Witzig und rührend zugleich. Ja das eine oder andere (vor allem die falsch gesungenen Weihnachtslieder 😉 kenne ich auch sehr gut. Danke Dir, das wir mit eintauchen konnten in Deine Weihnachts-Heimat.
    Liebe Grüße und eine genussvolle Zeit.
    Jürgen

    • Grüß dich Jürgen!
      Die Anzahl der falsch gesungenen Weihnachtslieder ist wenigstens schon auf ein paar Klassiker eingeschränkt worden. 😀 Aber lustig ist es allemal.
      Wünsche dir noch eine schöne Adventzeit und frohe Weihnachtsfeiertage.
      Liebe Grüße, Martin

  5. Wünsche Euch allen Gesunde Weihnachten

    gehlebt ist auch, für mich als GPS IVV Wander Sportler,
    0,0 Promille, Rauch u. Drogenfrei Sportler.

    Wandern Sportler Weihnachten, Neues Jahr
    gehe und lebe
    Mit Einander, Gemeinsam nicht Einsam GPS IVV Wander Sportler.

    Erich M.

  6. Schön ist es in Deiner Heimat! Danke, dass Du uns mitgenommen hast. Besonders gefallen hat mir das „sich durch die Schäpse der Nachbar-Verwandtschaft kosten“.

    Liebe Grüße und eine besinnliche Vorweihnachtszeit wünscht Dir Dein Bloggerkollege Jörg aus Limburg an der Lahn!

    • Lieber Jörg!
      Danke für deine Weihnachtswünsche.
      Ich geb’s ja zu, die Schnäpse sind das Highlight. 🙂
      Dir auch noch eine ruhige Adventzeit und schöne Feiertage. Man sieht sich vielleicht nächstes Jahr wieder? 🙂
      Liebe Grüße aus Wiener Neustadt und bald aus Oberösterreich, Martin

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