Das Umweltzeichen in Zell am See-Kaprun

Zell am See. Wie es der Name schon verrät, bestimmt ein See das Landschaftsbild dieser Stadt im Pinzgau. Neben rundherum liegenden Bergen natürlich. Die Region ist vor allem bei WintersportlerInnen beliebt, doch ein Besuch von Zell am See-Kaprun lohnt auch während der schneefreien Zeit. Auch wirst du eine Freude mit der Region haben, wenn dir Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Denn vor allem das Umweltzeichen ist ein ständiger Begleiter bei einem Aufenthalt in Zell am See.

Die Region Zell am See-Kaprun

Etwa 10.000 EinwohnerInnen hat die Stadtgemeinde Zell am See, welche sich jedoch auf viele Ortsteile rund um den See aufteilen. Der bis zu 70 Meter tiefe Zeller See im Salzburger Land ist das bestimmende Landschaftsmerkmal der Bergregion. Im Norden strecken sich die schroffen Felsen der Steinberge in die Höhe, im Süden besticht das Kitzsteinhorn und der vorgelagerte Gletscher den Panoramablick. Sportlich aktive Geister kommen in Zell am See ebenso auf ihre Kosten wie Wellness-Liebhaber, Kultur-Interessierte und Kreativ-Köpfe.

Blick auf den Zeller See und das Tauernklinikum auf der rechten Seite. Im Hintergrund die grauen Felsen des Steinernen Meeres.
Wo sind die hohen Berge? Da hinten versteckt sind die 3000er. ;-)
Die Stadtpfarrkirche zum hl. Hippolyt bestimmt das innere Ortsbild.

Anreise und Allgemeines

Zell am See liegt an einer Bahnlinie und kann somit gemütlich mit der Bahn erreicht werden. An Wochenenden verkehren sogar Direktverbindungen von Wien ins Pinzgau. Ansonsten halten meist Regionalzüge zwischen Wörgl, Saalfelden und Salzburg in Zell am See.

Die Stadt liegt etwa 1,5 Autostunden von Salzburg entfernt und kann über mehrere Bundesstraßen aus allen Himmelsrichtungen angefahren werden. Die Großglockner-Hochalpenstraße windet sich unweit von Zell am See-Kaprun in die Höhe.

Sommerkarte

Wie auch in vielen anderen Wintersport-Regionen Österreichs, gibt es auch in Zell am See das Sommerangebot einer eigenen Vorteilscard für die Region. Diese erhält man bei Ankunft in der gebuchten Unterkunft (nur wenn die Unterkunft ein Partner der Sommerkarte ist) und gilt für den gesamten Aufenthalt.
Mit dieser Karte erhält man Vergünstigungen bei teilnehmenden Betriebe, wie z.B. Bergbahnen gratis benützen, kostenlose Schifffahrt am Zeller See oder vergünstige Fahrten mit öffentlichen Bussen.

Mobil vor Ort unterwegs

Buslinien sind in Zell am See und Umgebung gut ausgebaut und verkehren zu christlichen Zeiten mit wartefreundlichen Intervallen. Dank der Sommerkarte kostet jede Busfahrt nur 1 € pro Fahrt, egal wie viele Stationen auf der Strecke liegen. Heißt aber auch, dass die Fahrt von Zell am See nach Kaprun gleich viel kostet wie eine Fahrt für z.B. zwei Stationen. Vielleicht sollte man hier in Zukunft überlegen, beispielsweise erst ab fünf Stationen einen Betrag einzuheben.

Mit der Sommerkarte ist man entschleunigt unterwegs.

Umweltzeichen und Umweltbemühungen

Was ist das Umweltzeichen?

Das Umweltzeichen wurde 1990 vom Umweltministerium ins Leben gerufen. Umweltgerechte Produkte und Dienstleistungen sollen nach strengen Kriterien dieses Zeichen erhalten und so den KonsumentInnen zeigen, dass dieses Produkt oder diese Dienstleistung dem Umweltschutz gerecht wird. Nach 28 Jahren kann das Umweltzeichen getrost als voller Erfolg bezeichnet werden.

So präsentiert die Pension Hubertus das Umweltzeichen an der Außenwand.

Schmittenhöhebahn AG

Das Unternehmen Schmittenhöhebahn AG ist zwar selbst nicht mit dem Umweltzeichen geschmückt, ist jedoch ein Vorreiter betreffend ökologischer Gesichtspunkte in der Seilbahnbranche. Seit 2011 berät ein externer und unabhängiger Ökologiebeirat das Unternehmen. Als einziges Seilbahnunternehmen Europas ist die Schmittenhöhebahn AG nach der strengen EMAS-Richtlinie zertifiziert. EMAS ist nichts anderes als ein freiwilliges Instrument, die unternehmerische Entwicklung nachhaltig zu gestalten.

Mit der Sonnkogelbahn geht’s abwärts.

Bergbahn Kitzsteinhorn

Auch in Salzburgs höchstgelegenem Skigebiet ist aufgrund des Gletscherrückgangs und der Klimaveränderungen eine effiziente Beschneiung bis zum Gletscherrand nicht mehr wegzudenken. 24 Millionen Euro haben die Gletscherbahnen seit dem Jahr 2000 in den Ausbau ihrer Beschneiungsanlage vom Langwiedboden bis zum Gletscherrand investiert um so den Skibetrieb und damit die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens zu sichern. Im Juni 2011 wurde mit der „Gipfelwelt 3000 – TOP OF SALZBURG 3029 m“, ein Gemeinschaftsprojekt der Kapruner Gletscherbahnen mit dem Nationalpark Hohe Tauern eröffnet.

Es gibt keine blöden Fragen. Außer vielleicht „Wie hoch stehen wir hier?“.
Die Panoramabahn verschwindet panoramalos im Nebel.

In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Ökologie Salzburg ist es am Kitzsteinhorn gelungen, Begrünungsmaßnahmen bis weit über die Waldgrenze durchzuführen. Nirgendwo sonst begrünt man in derart extremen Höhenlagen. Im Skigebiet Kitzsteinhorn gab es noch vor wenigen Jahren große, vegetationslose Pistenbereiche in der Höhenlage zwischen 2.200 und 2.500 Meter. Quadratmeter für Quadratmeter werden so – überwiegend in mühevoller Handarbeit – wieder der Natur zurückgegeben.

Wer es nicht gewohnt ist, kommt ins Schnaufen und das Herz pumpt wie verrückt.

Ferry Porsche Congress Center

Das Ziel des Ferry Porsche Congress Centers ist es, Veranstaltungen in Zell am See nach hohen ökologischen Prinzipien durchzuführen, um die natürlichen Ressourcen zu schonen und um die Energie-Effizienz sowie die regionale Wertschöpfung zu optimieren.

Grün ist es vor und in der Hütte.

Für besondere Events setzt das Bio-zertifizierte Cateringunternehmen Chef-Partie kulinarische Akzente. Abfallvermeidung wird im Ferry Porsche Congress Center groß geschrieben. Des Weiteren ist der Großteil der Partnerhotels zu Fuß zu erreichen, der Rest kann bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden – Kurzstrecken mit dem Auto zu fahren ist also nicht notwendig.

Spazieren und Wandern

Kräuterwanderung auf der Schmitten

Bist du in der Region Zell am See-Kaprun unterwegs, empfehle ich dir eine Kräuterwanderung mit Christine Sperner. Nicht nur, dass sie jedes noch so kleine Pflanzerl benennen kann und über Auswirkungen der Pflanze auf den menschlichen Körper Bescheid weiß, sie ist auch eine inspirierende Persönlichkeit. Eine Kräuterwanderung mit Christine vergeht wie im Fluge. Leider ist sie eigentlich nicht mehr auf der Schmitten unterwegs (für uns machte sie eine Ausnahme), sondern bietet Kräuterwanderungen bei Fusch und in Kaprun an.

Herbstliche Blicke in die Hohen Tauern.
Die Elisabeth-Kapelle auf der Schmitten.
Panoramareicher Blick ins Steinerne Meer.

Wie du aber auf den Fotos erkennen kannst, lohnt sich auch ohne Kräuterwanderung ein Ausflug auf die Schmitten. Vor allem das herbstliche Panorama zwischen Wilder Kaiser, Steinernem Meer, Hochkönig und in die südliche Welt der 3000er ist atemberaubend. Mit der Sommerkarte kommst du dank der Schmittenbahn in der Porsche Design Gondel kostenlos bergwärts. Die Wege von der Schmitten zum Sonnkogel sind einfach zu gehen und auch mit flachem Schuhwerk zu bewältigen.

Kräuter-Wanderführerin Christine auf der Schmitten mit Blick zum Zeller See.
Hochzeller Alm mit Kinderspielplatz.
Was wächst denn da? Christine hat auf alles eine Antwort.
Wissen für die Unwissenden.
Quer durch den Gemüsegarten am Restaurant Sonnkogel.

Promenadenweg Zell am See

Eine gemütliche Spazierrunde ist der Promenadenweg Zell am See. Vom Zentrum ausgehend bewegst du dich zum See und wanderst nordwärts am Ufer entlang, ehe dich eine Unterführung auf die andere Seite der Bundesstraße führt. Als Laufstrecke beschildert, gehst du einige Höhenmeter bergwärts und biegst wieder südseitig auf einen Höhenweg ab. Mit genialen Blicken auf Zell am See und darüber hinaus näherst du dich wieder dem Ortszentrum. Für die gemütliche Spazierrunde musst du etwa eine Stunde einplanen.

Wenige Meter abseits des Zentrums.
Erhabener Blick auf Zell am See.

Was tun in Zell am See?

Schifffahrt Zell am See

Wenn die See ruft, soll man ihren Rufen folgen. Dank der angebotenen Schifffahrt am Zeller See lässt sich dies auch problemlos umsetzen. Von Anfang April bis Mitte Oktober werden stündliche Über- und Rundfahrten angeboten. Eine Rundfahrt dauert etwa 45 Minuten, Speis und Trank können an Bord erworben werden. Dank Sommerkarte ist die Rundfahrt kostenlos, außer du willst ins oberste Deck hinaufsteigen (Preis dafür ist 5 Euro).

Das Schiff von der Esplanade verkehrt auch bei Schlechtwetter.

Weitreichende Seeblicke sind garantiert.
Die Sonnensegel bleiben geschlossen.

Seezauber

Von Mitte Mai bis Mitte Oktober verzaubert an drei Abenden in der Woche der Seezauber den Uferbereich am Zeller See. Es scheint, als ob Wasser und Licht schwungvoll zu der schallenden Themen-Musik tanzen und Eins werden. Zwanzig Minuten dauert das Spektakel. Direkt am Ufer stehend kann es schon mal etwas Nass werden. ;-)

Bunt, schrill und spritzig: der Seezauber in Zell am See.

Töpfern mit Martha

Das Landhotel Martha in Zell am See ist ein besonderer Ort für kreative Tonköpfe und solche die es noch werden wollen. In Marthas Waldwerktatt kannst du bei angebotenen Töpferkursen deine Kreativität ausleben und etwas fürs Eigenheim oder den Garten fabrizieren. Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene. Aber Vorsicht: Bist du erst einmal mit dem Element Ton verschmolzen, verfliegen die Stunden wie im Fluge.

Klappt aber nicht immer.
Ein Herz für Ton.
So entsteht eine Kugel.
Und so kommen Luftlöcher rein.
Mit Ton arbeiten = Stunden verfliegen in der Waldwerkstatt.

Schlafen und Essen in Zell am See

Bio-Pension Hubertus

Bereits im Jahr 2006 erhielt das Hotel Pension Hubertus das Östereichische Umweltzeichen verliehen und galt somit als einer der Vorreiter in der Region. Eine nachhaltige Wirtschaftsweise ist die Motivation für die tägliche Arbeit von Beate und Bernd Mondré. Natürlich kommt Öko-Strom aus den Steckdosen, das üppige Frühstück besticht mit biologischen und regionalen Köstlichkeiten, eine E-Tankstelle für Gästeautos steht zur Verfügung.. Wasser kann in Leihflaschen kostenlos bei einem hauseigenen Wasserspender abgefüllt werden. Auch suchen Bernd und Beate die Begegnung und das Gespräch mit ihren Gästen und informieren über jegliche Produkte, die die Pension betreffen.

Bio-Pension Hubertus mit Solaranlage und Elektro-Tankstelle.

Im Zuge meines Aufenthaltes in Zell am See verbrachte ich drei Nächte in der Hotel Pension Hubertus. Jeden Morgen freute ich mich aufs Frühstück, die Nächte waren ruhig und erholsam, die GastgeberInnen unglaublich nett. Mein absoluter Nächtigungstipp für Zell am See!

Die beste Blüte im ganzen Jahr gab es im September.
Das ist nur das halbe Frühstücksbuffet.

Romantikhotel Metzgerwirt

Unweit des Zentrums befindet sich mit dem Romantikhotel Metzgerwirt ein weiterer Nächtigungsbetrieb, der das Umweltzeichen verliehen bekam. Das Hotel besticht mit getrennten Wellnessbereichen, einem mehrgängigen Abendmenü und einem gewundenen Apfelbaum im Innenhof, welcher als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Jeder Abkömmling ist ein weiteres kleines, natürliches Denkmal.
Mit der Nachspeise hat man gerne was am Hut.

Kraftwerk Restaurant & Winebar

Seit Ende 2017 leben Daniel und Victoria ihren Traum eines eigenen Lokals in Zell am See aus. Mit dem kraftWERK restaurant & winebar sind sie bereits zu einer fixen Institution geworden. Besonders hervorzuheben ist die unglaublich große Weinkarte und die regionale österreichische Küche. Das einzigartige Lokal besticht durch Ziegelwerk, Holzgebälk und einem alten Kraftwerk aus dem Jahr 1934. Eine Tischreservierung ist empfehlenswert.

Geheimtipp für einen Besuch in Zell am See.

Flo’s Restaurant und Bar

Traditionelle Kulinarik mit moderner Raffinesse ist im Flo’s Restaurant im Landhotel Martha zu finden. Der wilde Juniorchef Flo tobt sich wahrlich in der Küche aus und bemüht sich um eine regionale Auswahl der Lebensmittel. Speisen werden auf handgemachten Tellern serviert, hergestellt in der schon erwähnten Waldwerkstatt.

Hach, wenn ich es mir halt gemerkt hätte. Jedenfalls Rote Rüben mit Fisch. :-D

Restaurant Sonnkogel

Am gleichnamigen Sonnkogel befindet sich das Restaurant Sonnkogel, direkt an der Bergstation der Sonnkogelbahn gelegen. Neben selbstgemachten Limonaden, hochalpinen Kräutern und deftigen Speisen, kriegst du hier auch einen Schwarzbeerschmarrn, der gut und gerne zwei leere Mägen füllen kann. Eine wahre Geschmacksexplosion, die man auf der sonnigen Terrasse genießen kann.

Mit Kletterwand und Aussichtsterrasse.
Burgt für Qualität.

Was hat die Region Zell am See-Kaprun, was andere Regionen nicht haben?

Ganz einfach: Die unglaubliche Auswahl an kulturellen und sportlichen Aktivitäten auf nahezu kleinstem Raum, ohne aufdringlich zu wirken. Allen voran fasziniert mich, dass der Begriff der Nachhaltigkeit hier nicht nur fadenscheinig benutzt wird, sondern auch gelebt wird. Sogar die allerorts verschrieenen Skigebiete haben die Zeichen der Zeit schon längst erkannt und investieren in eine nachhaltige Zukunft.

Weitere Berichte zu dieser Region und ihren Besonderheiten findest du bei creativelena.com und cityseacountry.com.


Dieser Bericht entstand in Kooperation mit dem Österreichischen Umweltzeichen. Meine Meinung ist davon gänzlich unbeeinflusst.

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