13,1 km | 760 Höhenmeter | 4.45 Stunden | mittel

„Ich war der erste Tourist“. Diese Worte schrieb einst im Jahr 1803 der österreichische Erzherzog Johann in sein Tourenbuch. Vom Schloss Brandhof, ursprünglich ein Gutshof, später zu einem Jagdschloss umgebaut, startete der alpinistisch interessierte Erzherzog die erste touristische Überschreitung des Hochschwabs. Der Prinzensteig am Weg zur Graualm erinnert an den damals 21-jährigen Johann, den steirischen Prinzen. Der selten besuchte, aber nicht minder sehenswerte Ostgipfel der Aflenzer Staritzen lässt dank wegloser Besteigung das Gefühl eines ersten Touristen wahr werden.

Tourdaten: Aflenzer Staritzen Ostgipfel und Graualm

Ausgangs- und Endpunkt: Bushaltestelle Seeberg Passhöhe. Parkplatz direkt ums Eck.
Länge: 13,1 Kilometer
Höhenmeter: 760 m im Auf- und Abstieg
Dauer: 4.45 Stunden
Höchster Punkt: Staritzen Ostgipfel, 1810 m
Schwierigkeit: Unschwierige Wanderwege, Aufstieg zur Seeleiten mitunter am anspruchsvollsten.
Orientierung: Durchgehend markiert und gut beschildert.
Karten: fb WK 5041 (1:35.000), fb WK 041 (1:50.000), AV WK 18 (1:50.000)
Literatur: Rother Hochschwab

Einkehrmöglichkeiten: Sennhütte auf der Graualm (bewirtschaftet Anfang Juni bis Mitte September, Ruhetag: Dienstag); Almgasthaus Seebergalm (Freitag bis Sonntag bewirtschaftet, wochentags auf Anfrage).

Öffentliche An- und Abreise: Buslinie 170 verkehrt zwischen Bahnhof Kapfenberg und Bahnhof Mariazell bzw. Busbahnhof Mariazell. Diese Linie löst die Linie 172 ab, die noch bis 10. Juli 2021 die Haltestellen rund um Seewiesen bediente.

Download file: Hochs_02_Staritzen Ostgipfel Graualm.gpx

Mit Sicherheit nicht der erste Tourist

Was Erzherzog Johann gelungen ist, wird uns wohl nicht ereilen. Der erste Tourist werden wir auf den Aflenzer Staritzen zwar nicht sein, aber doch nur wenige nehmen den Ostgipfel mit. Doch zuvor müssen wir erst den Ludwig-Wagner-Steig auf die Seeleiten überwinden. Dieser ist zwar gut markiert und führt zielsicher empor, doch drückt uns gleich mal die Schweißperlen heraus. Diesen Steig bezwingt man besser bergauf als bergab, als nicht knieschonend würde man diesen im Abstieg bezeichnen.

Vom Weitwanderer-Denkmal am Seebergsattel geht’s über die Bundesstraße am Pass hinweg, kurz durch Wald und über eine Wiese hoch. Wir queren die Hänge der Seeleiten südseitig und steigen in Serpentinen zur Geländekante hoch. Rechts unternehmen wir einen Abstecher zum Gipfel der Seeleiten, 1734 m, an welchem uns der Schriftsteller Peter Rosegger an positive Eigenschaften erinnert.

Dann heißt’s aufpassen, denn wir wollen den Ostgipfel nicht verpassen. Wir gehen von der Seeleiten wieder retour und nehmen den markierten Weg über die Staritzen in Angriff. Wir erreichen eine erste unscheinbare Erhebung, der Pfad führt in einem langen Linksbogen weiter. An der höchsten Stelle blicken wir rechts und sehen das etwas erhöhte Gelände des Ostgipfels in der Ferne. Weglos umgehen wir nun manch Latschenfeld und begehen eine Latschengasse zum unscheinbaren, aber aussichtsreichen Ostgipfel. Ein kleiner Steinhaufen markiert den höchsten Punkt. Hier haben wir die Ruhe gepachtet, sogar kostenlos.

Vom Ostgipfel zur Graualm

Wir wandern wieder zurück zum markierten Pfad und folgen diesem nun abwärts in den Staritzensattel. Geradewegs könnten wir in einigen Stunden den Hochschwab oder etwas kürzer auch die Hochweichsel (2.45 Stunden hin und retour) erreichen, wir biegen jedoch rechts auf den Prinzensteig Richtung Graualm ab. Vorbei an Latschen, über eine Almfläche und schon haben wir die Hütten der Graualm erreicht. Die hinterste Hütte ist bewirtschaftet und punktet mit erfrischenden Säften und einer g’schmackigen Jause.

Eine Pause tut nicht nur den Kühen, sondern auch anderen Rindviechern gut.

Von der Graualm über den Brandhof zur Passhöhe Seeberg

Bevor es für uns nun wieder abwärts geht, müssen wir auf der Schotterstraße ein paar Höhenmeter zur Leitenalm hochsteigen. Anschließend wandern wir die aussichtsreiche Straße abwärts, markierte Abkürzungen sorgen für Abwechslung. Vorbei an einem Wildgatterzaun landen wir am Schloss Brandhof, dem ursprünglichen Ausgangspunkt für die Hochschwab-Besteigung von Erzherzog Johann. Von hier ist es nicht mehr weit zur Bundesstraße, queren diese, passieren die Seebergalm und müssen nun wieder einige Höhenmeter zum Ausgangspunkt hochsteigen. Aber dann haben wir’s geschafft.


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