Vom Gletscher zum Wein – Kreuzberg nach Leibnitz

Wow! Also damit hätten wir nicht gerechnet. Kitschblauer Himmel erwartet uns am frühen Morgen in der Südsteiermark. In der Ferne hat sich ein kleines Wölkchen auf den Himmel verirrt. Sieht nach Regen aus.
> Am Vortag spazierten wir von Ratsch an der Weinstraße über Leutschach zum Kreuzberg!

Tag 3: Vom Kreuzberg nach Leibnitz

19,1 Kilometer – 530 Höhenmeter – weitere Informationen am Ende des Berichtes

Den Schnaps im Weingut Klug lassen wir heute nach dem Frühstück lieber in der Flasche. Eine Weinflasche vom schmackhaften Sauvignon Blanc laden wir jedoch noch auf. Man kann nie genug Wein durch die Landschaft tragen.

Die perfekten Voraussetzungen für einen sommerlichen April-Wandertag.
Poesie!
Wer klug ist, sucht sich so ein Wanderwetter aus.
Hier, dort drüben! Eher rechts, eine Wolke. Da ist Regen im Anmarsch.

Da uns am Vortag der Abstecher zur Kreuzbergwarte nicht mehr wirklich motiviert hatte, haben wir uns den Abstecher zur Warte für heute vorgenommen. Vorbei an der Kreuzberghütte steigen wir rauf zur Warte und blicken in die Ferne. Dort, wo eine Fabrik Wasserdampf in die Luft schleudert, dürfte in etwa Leibnitz liegen. Wehmütig steigen wir wieder abwärts, denn in wenigen Stunden geht’s schon wieder ab in die Heimat.

Aber vorher mal noch die Südsteiermark in vollen Zügen genießen.

Ein kleines und ein großes Exemplar ihrer Art am Kreuzberg.
Ich sehe Schnee auf der Koralpe.
Die Hose voll am Kreuzberg.
Hier erfüllt das Hinweisschild ihren wahren Zweck.

Der Abstecher zur Kreuzbergwarte führt uns vom Südsteirischen Höhenweg 560 etwas weg, landen jedoch bald wieder auf besagtem Weg. Am Straßenrand gehend, kommt uns ein bekanntes Auto entgegen. Wir winken dem Pärchen im Auto und sie uns retour, haben sie doch auch vorgestern im Weingut Uhl genächtigt. Witzig, diese Zufälle.

Bunt, aber (noch) nicht verwachsen.
Gibt noch nicht so viel Schatten her.

Meist wandern wir auf Güterwegen entlang, zweigen jedoch kurz bei einer G’schichtldruckerwand von der Straße ab. Dann: eine Wegkreuzung. Wär ja nicht so erwähnenswert, aber wir haben uns am Waldrand aufgrund der fehlenden Markierung für den rechten Weg entschieden. Denn der Weg links sah nach neu angelegter Forststraße aus. Nach etwa 15 Minuten kommen wir jedoch darauf, dass es doch die Forststraße gewesen wäre. Da wir keinen anderen Abkürzungsweg ausfindig machen können, müssen wir wohl wieder retour wandern. Anscheinend war hier mal ein schmaler Wanderweg, jetzt aber eine Forststraße ohne Markierung. Dass hier mal ein Baum mit Markierung gestanden sein muss, haben wir später entdeckt.

Ha! Das Übel des falschen Weges gefunden.
Mehr Wiesen, weniger Wein.

Dass hier nach Leibnitz eine Variante der Route Vom Gletscher zum Wein verläuft, haben wir irgendwie verschwitzt. Anfänglich wunderten wir uns noch über die sichtbaren Sticker, dann kam irgendwann die Erleuchtung. Der ausreichend markierte Südsteirische Höhenweg 560 führt uns stetig nordwärts, vorbei an Weinhängen und meist auf asphaltierten Güterwegen. Langsam lichtet sich das dichte Weinanbaugebiet. Wald, Wiesen und Felder übernehmen das Landschaftsbild.

Wenig Schatten, Hitze…Wasser!

Noch vor der Kirche in Frauenberg kehren wir ein letztes Mal in der Südsteiermark ein. Und zwar mit perfektem Timing. Kurz vor 14 Uhr treffen wir beim Hasenwirt ein, um 14 Uhr öffnet das Gasthaus. Ideal um das verschwitzte Shirt kurz auszulüften, bevor wir uns noch eine Ladung Kürbiskernöl mit Salat gönnen.

Bei der Kirche Frauenberg.

Nach kurzem Übergang zur Kirche Frauenberg, gehen wir langsam bergab Richtung Leibnitz. Kurz vor dem Schloss Seggau steigen wir einen Waldweg, auch als Kreuzweg gedacht, bergab zur Sulm und queren diese. Immer geradeaus, einmal quer über den Hauptplatz von Leibnitz und wir sitzen schon wieder im Regionalzug nach Graz.

Drei Tage zu Fuß durch die Südsteiermark liegen hinter uns. Drei Sommertage. Kurz vor dem Bahnhof Graz beginnt es zu regnen. Irgendwie haben wir alles richtig gemacht.

Die Sulm querend.
Leibnitz, wie es leibt und parkt.

> Am Vortag spazierten wir von Ratsch an der Weinstraße über Leutschach zum Kreuzberg!

Informationen zum Weg, Einkehr und Unterkunft

Fazit: Wie am Vortag ein hoher Anteil an Asphaltwegen, dafür ist der Südsteirische Höhenweg 560 nach Leibnitz ausreichend – bis auf eine Stelle – markiert. Unschwierige Wege, wenig Steigung, der Charakter der Landschaft wechselt langsam von Weingebiet zu Agrarregion. Und wenn man zum Bahnhof in Leibnitz will, muss durch die Stadt gewandert werden. Da muss man im wahrsten Sinne einfach durch.
Länge: 19,1 Kilometer (inklusive falsch gegangenem Weg, muss man ja nicht nachgehen)
Höhenmeter: 530 Hm
Dauer: ca. 5 3/4 Stunden (mit Pausen und Einkehr)
Eingekehrt in: Gasthof Hasenwirt Weinlandblick, Seggauberg 27, 8430 Leibnitz
Wanderkarte: freytag & berndt WK 411, BEV ÖK50 4111

Übersichtskarte

volle Distanz: 19.07 km
Gesamtanstieg: 533 m
Gesamtabstieg: -838 m

2 Gedanken zu „Vom Gletscher zum Wein – Kreuzberg nach Leibnitz

  1. Freu mich für Dich, daß Ihr so tolles Wetter hattet, da zeigt sich die Süd-Steiermark von seiner schönsten Seite und der Wein mundet besonders 😉 Bin auch schon öfters in der Gegend gewandert und auch eine Variante des Jakobsweges (Graz-Maribor) verläuft hier (Jakobskirche in Leibnitz). Tolle Bilder. Weiterhin „Buen Camino“ d.g.P.Peter

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