Alles wird gut! Oder: Es geht weiter!

Ruhig ist es hier geworden. Geht da noch was auf diesem Blog? Ich kläre auf.

Ich bin wach!

Wer mich privat kennt und nicht nur als Wandersmann, weiß, dass ich auch gesellschaftspolitisch interessiert und aktiv bin. Dass mir ein zukunftsfähiges Zusammenleben in unserer Gesellschaft wichtig ist. Ich trete für Umwelt- und Naturschutz ein und trenne Müll. Das ist auch schon das einzig Trennende in meiner Lebenseinstellung. Politik, die die Gesellschaft trennt, entspricht nicht meinem Wesen oder um es in Politiksprache zu sagen: meinen Werten.

Seit ich wählen darf, gehe ich zu demokratischen Wahlen. Ich interessiere mich für Politik und ihre Auswirkungen, mal mehr, mal weniger. Seit einigen Jahren wieder mehr, immer mehr, mehr und mehr. Stetig verfolge die laufende Berichterstattung, informiere mich, denke nach und bilde mir eine Meinung. Ich bin also wach.

Ich bin müde!

Als ich im Jahr 2012 mit gehlebt.at startete, hatte ich noch keine Ahnung, wie die Jahre danach aussehen würden. Eigentlich nur als Plattform für mein erstes Wanderbuch gedacht, entwickelte sich im Laufe der Zeit ein Blog über Wandertouren und Weitwanderwege.
Und irgendwann konnte ich damit sogar Geld verdienen. Nicht direkt mit dem Blog, aber durch meine Schreibtätigkeiten erhielt ich Aufträge für externe Produkte: ein Magazin für Nationalparks Austria, ein Booklet für den Alpenverein Österreich, Texte für Tourismusverbände, unterschiedlichste Wanderbücher. Ich schien die richtige Linie gefunden zu haben: Wandern, dokumentieren, fotografieren, darüber schreiben. Mit der „Hoamatroas“ und dem Spendenprojekt für die OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe stieß ich 2018 in eine neue Ebene vor. Wandern und davon (zwar nicht immer) leben zu können: Eigentlich nicht so schlecht. Nun das große Aber.

Das Hobby zum Beruf gemacht, könnte man sagen. Und was ist mit dem Hobby passiert? Es ist weg. Es ist Arbeit geworden. Ich mag es, zu Fuß durch die Landschaft zu streifen. Wenn ich mal einige Wochen nicht wirklich „raus“ komme, merke ich, wie gut es mir tut einfach zu gehen. Und wenn ich keine Fotos machen oder die Strecke dokumentieren muss. Dieses Gefühl wurde in den vergangenen Monaten immer stärker. Gering die Motivation, mich abends hinzusetzen und einige Zeilen über Touren für den Blog zu schreiben. Ich bin also müde.

Wie geht’s weiter?

Meine Interessen haben sich zwar nicht geändert, aber die Gewichtung. Und wie es so schön heißt: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So werde ich meinen geliebten Blog gehlebt.at zwar weiterhin betreuen, vor allem die Weitwandertabelle hegen und pflegen. Aber es werden in naher Zukunft wohl nur selten neue Berichte ihren Weg ins Netz finden. Außer dem anstehenden „Klimawandern“ wird es auch keine größeren Wanderprojekte im kommenden Jahr geben. Im Herbst sind eine Handvoll Vorträge über die „Hoamatroas“ geplant. Diese Gangrückschaltung hat einen Grund: Gesellschaftspolitik und Zivilgesellschaft.

Ich habe das Glück, mein Wissen und meine gelernten Fähigkeiten aus den vergangenen Jahren für den Verein Respekt.net einbringen zu können. Der Verein mit Sitz in Wien hat vor zehn Jahren Österreichs erste Crowdfunding-Plattform für spendenbasierte Projekte aus der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen.
Außerdem hat der Verein ein Online-Medium derdiedasRespekt.at ins Leben gerufen, das die Zivilgesellschaft in die Auslage rückt. Für beide Tätigkeiten werde ich nun beruflich aktiv sein. In einem Ausmaß, das mir auch noch die Möglichkeit bietet, das Gehen nicht zu verlernen und weiterhin Bücher verfassen zu können. Denn der Ausflugsführer über die Bucklige Welt schreibt sich nicht von selbst.

Ich möchte das Zusammenleben in der Gesellschaft verbessern und bei Respekt.net sehe ich viel Potential, zur Verbesserung der Lebensumstände von vielen Menschen beitragen zu können. Gerne seid ihr eingeladen einen Blick auf die Plattform zu werfen oder den hauptsächlich von mir geschaffenen Ergüssen auf Facebook und Twitter zu folgen.

gehlebt.at wird weiter leben und nicht von der Bildfläche verschwinden. Ich freu mich aber bereits auf einige Tage Wandern ohne Kamera im Anschlag.

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