18,8 km | 1.380 Höhenmeter | 7 Stunden | mittel

Auf den Hochlantsch latschen. Am Weg von Wien nach Graz legte ich einen „kurzen“ Zwischenstopp bei Mixnitz ein. Ziel meines Abstechers war die Bärenschützklamm und der Gipfel des 1720 Meter hohen Hochlantsch.

Tourdaten: Hochlantsch im Winter

Ausgangs- und Endpunkt: Bahnhof Mixnitz-Bärenschützklamm
Länge: 18,8 km
Höhenmeter: 1380 m im Auf- und Abstieg
Dauer: 7 Stunden
Einkehrmöglichkeit: Im Winter nur im unteren Bereich bei der Klammwirtin. Sonst genügend Proviant mitnehmen.
Schwierigkeit: Einige vor allem im Winter rutschige Holzstege (auch am Prügelweg), ansonsten meist Forststraßen zum Beginn des Prügelweges und zum Steirischen Jokel. Erst danach Aufstieg auf einem Waldsteig, gut markiert, erst auf etwa 1700 Metern lichtet sich der Wald. Kurzer Übergang zum Gipfel, wobei knapp davor einige steile Steinstufen zu überwinden sind. Abstieg wie Aufstieg.
Orientierung: An den Wegkreuzungen meist ausreichende Beschilderungen, durchgehend rot markiert.
Wanderkarten: fb WK 131 Grazer Bergland 1:50.000, ÖK50 4223 Weiz 1:50.000, ÖK25V 4223-West Pernegg 1:25.000
Webcams in der Region: Teichalm (1170 m)

Öffentliche Anreise: Mit der S-Bahn von den Fernverkehrsbahnhöfen Bruck an der Mur oder Graz direkt zum Ausgangspunkt.

Download file: 1712-Hochlantsch über Prüglweg.gpx

Aufstieg von Mixnitz auf den Hochlantsch

Frühmorgens steige ich in den Railjet Richtung Graz mit Übergepäck in Form von Schneeschuhen ein. Wer weiß, welche Schneemassen mich Mitte Dezember am Hochlantsch im Grazer Bergland erwarten. Eisig wird’s jedoch schon am Bahnhof Mixnitz.

Schon beim Bahnhof in Mixnitz erwartet mich das erste Eis.

Schnurstracks wende ich mich der Bärenschützklamm zu. Vorbei am Feuerwehrhaus Mixnitz spaziere ich die sanft aufsteigende Asphaltstraße bergwärts. Am Ende der Straße, bei der Jausenstation Grassauer und der Klammwirtin, beginnt der Schotterzustieg zur Bärenschützklamm. Einige Bäche münden hier in den Mixnitzbach ein, das Rauschen des Baches begleitet unseren Aufstieg. Wir queren auf Holzbrücken und -stegen mehrere Male den Bach und steigen auf der Forststraße zum Eingang mit Hütte der Bärenschützklamm.

Rauschende Zuflüsse erfreuen den Mixnitzbach.
Es weihnachtet am Weg zur Bärenschützklamm.
Schmalspurwanderer unterwegs.
Am Eingang zur Bärenschützklamm.

Auf Freude, dass ich nun durch die Bärenschützklamm gehen kann, folgt Ernüchterung. Eine Hinweistafel am Eingang zur Klamm sagt mir, dass die Klamm wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Da heißt es für mich nun weiter auf der Forststraße marschieren und die Klamm über den Prügelweg zu umgehen. Ärgert mich zwar im ersten Moment, aber wenn in der Bärenschützklamm eine Brücke fehlen würde, stünde ich erst recht vor einem Problem. Also nehme ich es so wie es kommt und prügle mich die Forststraße rauf.

Spuren im Schnee.
Steiniger Prügelweg.

Je höher ich steige, desto mehr Schnee sammelt sich unter meinen Schuhsohlen. Ab der Hütte der Schwaigeralm wandelt sich die Forststraße zu einem schmäleren Waldweg, der sich in weiterer Folge überraschend steinig entpuppt.

Sonne beleuchtet den weiteren Aufstieg.
Winterwonderland lässt langsam grüßen.

Manche Stellen am Prügelweg sind sogar noch mit Holzgeländer und der Weg selbst als kurze Steg-Abschnitte ausgeführt. Die rote Markierung auf den Bäumen leistet gute Dienste und führt mich in Serpentinen durch den Wald auf eine Forststraße. Kurzzeitig schnalle ich die Schneeschuhe an, aber nicht weil ich musste, sondern weil ich wollte. Diese hatte ich neu erworben und wollte sie einfach mal testen. So stapfe ich an die 100 Meter auf Schneeschuhen entlang, ehe sie wieder auf meinen Rucksack geschnallt werden. Etwas sinnlos, aber egal.
Die im Winter geschlossene Gastwirtschaft zum Guten Hirten ist bald erreicht.

Am Prügelweg kommt man zum Guten Hirten. Da sagt noch mal wer, dass Züchtigung nichts Gutes hervorbringt. Genau mein Humor.

Erster Blick zum Hochlantsch-Gipfel.
Am Prügelweg zum Guten Hirten. Sonnenterrasse wie sie leibt und lebt.

Am Übergang zur Hütte erblicke ich erstmals den Hochlantsch und lasse mich auf der Terrasse bei der geschlossenen Gastwirtschaft von der Sonne braten.

Die Schneeverhältnisse sind immer noch nicht so ausgeprägt, dass ich wirklich Schneeschuhe brauchen würde. Auch wenn ich meist selbst die ersten Spuren in den Schnee zaubere. Nach kurzem Aufstieg ist die aussichtsreiche Hütte Steirischer Jockl in Sichtweite, jedoch lasse ich sie links liegen und spaziere nahe der Abbruchkante mit Blick zum Rennfeld Richtung Hochlantsch weiter.
Das Sonnenwetter hat sich hier kurzzeitig verabschiedet. Eisig kalter Wind kommt mir entgegen, selbst manch frisch gefallene Schneeflocke verirrt sich zu mir.

Blick zum Rennfeld (rechts) und ein Gebäudeteil des Steirischen Jockls (links).

Nichtsahnend steige ich windgeschützt im Wald hoch, da wandere ich an einem Rudel Steinböcke vorbei. Sie sind vielleicht so überrascht wie ich, jedoch auch nicht so scheu wie ich. Sie lassen sich von meiner Anwesenheit kaum stören, dementsprechend ruhig verhalte ich mich auch. Nach kurzem Blickaustausch steige ich am markierten Wanderweg weiter.

Im Aufstieg treffe ich auf Gesellschaft.

Nach einer kurzen Steilstufe lasse ich den Wald hinter mir, blicke in die Ferne und teilweise wieder in den blauen Himmel. Am Übergang zum Hochlantsch kommen wir zwei Wanderer entgegen und alle stellen wir fest, dass Schneeschuhe heute überflüssiger Ballast sind.

Schwankend zwischen blauem Himmel und Schneeflocken.
Lichter Übergang zum Hochlantsch.

Die wenigen Höhenmeter rauf auf den Hochlantsch sind die schwierigsten des heutigen Tages. Vereiste Steinflächen und kein sichtbarer Weg zwingen mich zu einer kleinen Kraxeleinheit. Nach dem kleinen Hillarystep ist jedoch der Gipfel auf 1720 Metern erreicht. Von hier erstrahlt die ferne Rax im Sonnenlicht und sonstige umliegende Gebirgsgruppen präsentieren ihre weißen Spitzerl. Ein Panorama-Tisch am Gipfel weiß sämtliche Gipfel in der Umgebung zu benennen.

Der prächtig in der Landschaft stehende Gipfel des Hochlantsch.
Rax und Schneeberg in der Ferne.
Blick vom Gipfel des Hochlantsch zur Teichalm (rechts).
Die weiße Rax zeigt sich beleuchtet.

Abstieg vom Hochlantsch nach Mixnitz

Der kalte Wind zeigt mir seine kalte Schulter, daher gibt es für mich nur einen Weg: hinab. Am Weg zurück zum Steirischen Jockl treffe ich wieder auf die Steinbock-Familie, fast hätten sie mich in ihr Rudel aufgenommen, so gut kennen wir uns schon.

Im Abstieg treffe ich abermals auf die gehörnten Genossen.
Erkennt man mit „falschem“ Fokus so auch noch.
Die junge Generation zeigt Profil.

Knapp unterhalb des Steirischen Jockls präsentiert sich das Kircherl Schüsserlbrunn in der Felswand. Ich werde dieses jedoch heute nur von der Ferne erblicken. Zwar mache ich einen Abstecher zum im Winter geschlossenen Gasthaus, doch die vereiste Treppe hinab tu ich mir nicht an.

Das Kircherl Schüsserlbrunn unterhalb des Steirischen Jockls fügt sich in den Berg ein.
Steirischer Jockl mit Hochlantsch.

So wandere ich den schon bekannten Weg wieder abwärts hinab nach Mixnitz. Ich sauge die letzten Sonnenstrahlen des heutigen Tages auf, ehe ich selbst zum Strahlemann werde. Die Tage sind kurz im Dezember und so wandere ich mit der Stirnlampe am Kopf in die Dunkelheit hinein.

Es gilt noch den Vitamin-D-Haushalt aufzufüllen, …
…bevor die Sonne bald endgültig für heute verschwindet.

Nach meiner überstandenen Bronchitis war die Tour auf den Hochlantsch ein perfekter Einstand in den Winter. Die Schneeschuhe durften ein wenig Winterluft schnuppern, auch wenn sie so gut wie nur am Rucksack baumelten. Und ich? Machte mich am Weg nach Graz zum alljährlichen Punsch-Treff der AV Sektion Weitwanderer.


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