Königsweg Etappe 1: Maria Alm – Dienten

Der erste Tag am Königsweg im Salzburger Land steht bevor. Noch im Halbschlaf nehme ich die tief hängenden Wolken in der Bergwelt um Maria Alm wahr, putzmunter präsentiere ich mich jedoch beim umfangreichen Frühstück im Gasthof Hotel Hörlgut. Wohlgestärkt mache ich mich auf den Weg, aber mit einer neuen Situation. Mein Rucksack bleibt nämlich hier!

Kurzinfos zur 1. Etappe am Königsweg

Hier kommst du zur 2. Etappe am Königsweg!

Allgemeine und weitere Informationen zum Königsweg findest du hier!

Länge: 17,8 Kilometer
Höhenmeter im Aufstieg: 1.220 Meter
Kartenmaterial für diesen Abschnitt: Hochkönig Wanderkarte vom Tourismusverband, 1:25.000.
freytag & berndt WK 103, 1:50.000 (Königsweg gekennzeichnet)*
Alpenverein 45/1, 1:50.000* und Alpenverein 10/2, 1:25.000 (Königsweg nicht gekennzeichnet)*
Kompass WK 30, 1:50.000 (Königsweg nicht gekennzeichnet)*
BEV ÖK50 3215* und BEV ÖK50 3221 (Königsweg nicht gekennzeichnet)*

volle Distanz: 17.98 km
Gesamtanstieg: 1218 m
Gesamtabstieg: -966 m

Hochköniggefühl: Angezuckert und schmackhaft

Es ist dies eine wahre Premiere für mich. Nicht das Wandern an sich, sondern das Zurücklassen des Rucksacks. Ich probiere dies einfach mal aus und nehme den Service des Gepäcktransportes in Anspruch. Heißt, mein kleiner Tagesrucksack ist am Rücken, mein größerer Rucksack mit Wechselkleidung, fünf Paar Schuhen, Kosmetikschrank, Badewanne und dem halben Haushalt wird von Unterkunft zu Unterkunft transportiert. Bei der Verabschiedung kommen mir fast die Tränen. Als ob man wo ein Kind zurücklässt. Also, bei Freunden oder Verwandten, nicht auf einer Raststation.
Auf Wiedersehen, großer Rucksack. Mögest du es mir nicht übel nehmen. Aber ich habe in meinem Wanderleben schon viele Kilometer viel zu viele Kilos umsonst mitgeschleppt, da gönne ich mir mal für ein paar Tage die Lastminderung. Alles gut bei mir.

Mawson Peak wird ein anderes Mal anvisiert.

Mit dabei in meinem Tagesrucksack ist jedoch eine Wegbeschreibung und eine Wanderkarte zum Königsweg, welche ich vor Ort bei der gebuchten Unterkunft erhalten habe. Die Wegbeschreibung hat nicht nur einen Text zum Königsweg im Repertoire, sondern auch jeweilige Varianten für Genusswanderer (Bus- und Seilbahnfahrten) und eine sportliche Variante (mit der Kirche ums Kreuz-Wanderung).

Ich begnüge mich mit dem Original-Weg, welcher an der Kirche vorbeiwandernd nahe der dorfj@t-Bahn erstmals beschildert ist und auch am Nordalpenweg 01 verläuft. Der Aufstieg über Alm- und Pistenwege zur Bergstation am Natrun kann mit der Bahn abgekürzt werden, dank der Hochkönig-Card auch kostenlos.

Saubere Himmelsgrenzen im Salzburger Land.

Kurz vor der Bergstation stoße ich auf den Waldrutschenpark. Fünf Rutschen mit Längen von 27 bis 55 Metern erleichtern hier den Abstieg nach Maria Alm. Ich steige zur ersten und längsten Rutsche auf, „Deep Impact“ nennt sich das enge Geschoß. Das Rutschen lasse ich heute bleiben, doch ein laut hallendes Echo durch die Röhre geht sich allemal aus.

Über den Natrun nach Hinterthal

An der Bergstation angekommen, wird mir der Weg verstellt. Wegen Bauarbeiten am Natrun – eine neue Seilbahnverbindung wird gebaut – muss ich den Weg außenrum um den Waldgipfel einschlagen. Dank guter Umleitungsbeschilderung funtioniert der Übergang zur Jufenalm jedoch äußerst unproblematisch. Ich kann sogar einem älteren Ehepaar bei der Wegfindung helfen, die sich schon auf einen Rundwanderweg um den Natrun gefreut haben, aber nun den gleichen Weg zurück gehen müssen. Die gefundenen Steinpilze werden sie aber über diese Tatsache hinweg trösten.

Vorbei an der Jufenalm, an welcher schon eifrig Bogen gespannt werden, führt der gut beschilderte Königsweg über Almwege hinab zur Bundesstraße bei Hinterthal. Hier präsentiert sich erstmals der Hochkönig nach der Kaltfront der vergangenen Tage: nämlich weiß.

Weißer Rauch steigt vom Hochkönig auf. Ein neues Wetter wurde also gewählt.

Entlang dem Urslau-Bach führt der Weg in den Ort Hinterthal und hindurch. Einzig eine kleine Pause beim Urslauerhof gönne ich mir. Wegen der scharfen Aussicht…

Das könnte ein billiger Rausch werden.
Phänomenale Ausblicke von Hinterthal auf den angezuckerten Hochkönig.

Über die Pichlalm nach Dienten am Hochkönig

Bald lasse ich den Ort mit teilweise interessanter Kulinarik (Zitat einer Speisekarte: „Japanese Pork Schnitzel prepared in real butter“) wieder hinter mir und steige der Mussbachalm entgegen. Hier kommt mein heimliches Talent wieder zu Tage: Ruhetage erwischen. Heute hat die Alm nämlich ihre Pforten geschlossen, dabei wäre etwas Festes nach dem Schnapserl gar nicht mal so schlecht. Muss ich mich wohl bis zur Pichlalm gedulden.

Mittagszeit ist Mampfzeit, nur bei mir noch nicht.
Prächtiger Blick auf Hinterthal, rechts blicken die Leoganger Steinberge ins Bild.

Auf schönen Almwegen nähere ich mich der Pichlalm, stets die angezuckerten Wände des Hochkönigs im Angesicht.

Am Fuße des Hochkönigs.
Nicht selten: Edelweiß auf der Pichlalm. Steht am Tisch.

Dann, endlich, sehnsüchtig erwartet, komme ich zur Pichlalm und lasse mich sofort zu einem Edelweiß nieder. Zu einem flüssigen wohlgemerkt, aber alkoholfrei. Ebenso genieße ich ein schmackhaftes Almjausenbrot auf der aussichtsreichen Sonnenterrasse. Wie ein König fühle ich mich am Königsweg. Nomen est omen.

Von der Pichlalm geht es dann nur mehr einen einfachen Weg hinab zum Filzensattel. Hier könnte man die Tour schon beenden und mit dem Regionalbus nach Dienten weiterdüsen, doch die Beine wollen noch bewegt werden. Sanft ansteigend führt der Königsweg eine Forststraße Richtung Dienten weiter, ehe der Abstieg über Almwiesen und Asphaltstraßen fortgesetzt wird. Ich folge den Wegweisern nach „Dorf Dienten“ und finde mich bald beim Skizentrum Dienten wieder, was ja grundsätzlich nicht so schlecht ist, da der Ort und die Ortsstraße direkt unterhalb ersichtlich sind. Ich wandere am Gebäude des Skizentrums vorbei und lande nach wenigen Metern bei der Talstation Bürglalmbahn. Grundsätzlich auch nicht so verkehrt, denke ich mir. Nur komme ich hier nicht weiter, die Zugänge sind abgesperrt. Habe ich was übersehen? Wie komme ich hier bitte zum Ort hinunter? Fragen über Fragen.

Ich gebe euch einen Tipp: Geht ins Gebäude des Skizentrums und benützt entweder den Lift oder das Stiegenhaus im Gebäude, um zur Ortsstraße zu gelangen. Und springt nicht wie ich über die Absperrung der Talstation, balanciert am Fallschutz der Sessellifte entlang und springt dann hinunter. Sorry für meine radikale Art, liebe Deantner und Deantnerinnen. Habe erst nachher gesehen, wie „einfach“ man in den Ort kommt. Wenn man’s nur weiß.

Aussichtsreicher Abstieg nach Dienten am Hochkönig zum Vitalhotel Post.

Dienten, oder auch Deantn um nicht aufzufallen, ist jedenfalls der Ort, in welchem Grashüpfer zwar vor einem weghüpfen und Richtung Kanaldeckel die Versenkung suchen, aber dann doch auf den schmalen Gitterstreben landen, und der Ort, in welchem zukünftige Weihnachtsbäume auf Dächern wachsen.
Und der Ort, in welchem mich das Vitalhotel Post mit meinem Rucksack empfängt. Das Erlebnis-Hallenbad bleibt von mir unberührt (ich Depp), das schmackhafte 5-Gänge-Abendmenü jedoch nicht. Die Besonderheit für Hotelgäste: Getränke kosten nur die Hälfte vom Normalpreis. So genieße ich mein wohlverdientes Weizenbier zu einem unschlagbaren Preis. Tag 2 möge kommen!


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Allgemeine und weitere Informationen zum Königsweg findest du hier!


Dieser Bericht entstand in Kooperation mit Hochkönig Tourismus. Meine Meinung zum Weg, zu den Unterkünften und meine Erzählungen werden davon nicht beeinflusst.

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